15.07.2026 13.59Online seit heute, 13.59 UhrItaliens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni will trotz einer empfindlichen Niederlage im Parlament an ihrer umstrittenen Wahlrechtsreform festhalten. Die drei Parteien der Regierungskoalition bekräftigten heute, das Gesetzesvorhaben weiter vorantreiben zu wollen.Auslöser der politischen Spannungen war eine geheime Abstimmung im Parlament tags zuvor. In der Abstimmung ging es darum, dass es bei einer Parlamentswahl künftig möglich sein sollte, mit Vorzugsstimmen einzelne Kandidatinnen und Kandidaten auf der Liste ihrer Partei nach vorn zu wählen.Meloni scheiterte in der geheimen Abstimmung, wenn auch nur knapp. Gegen den Entwurf ihrer Regierungspartei Fratelli d’Italia stimmten 188 Abgeordnete, dafür 187.Nach Angaben aus dem Parlament sollen rund 30 Abgeordnete der Regierungsmehrheit von der offiziellen Linie abgewichen sein und gegen den Abänderungsantrag zu den Vorzugsstimmen gewählt haben. Meloni reagierte verärgert und schrieb auf Facebook: „Wir haben versucht, eine Reform durchzusetzen, doch der Sumpf hat wieder gewonnen.“Die Niederlage löste Forderungen der Opposition nach einem Rücktritt Melonis aus und machte zugleich Spannungen innerhalb der seit Oktober 2022 regierendenKoalition aus Fratelli d’Italia, Lega und Forza Italia sichtbar. Bereits im März hatte die Regierungschefin bei einem Referendum über eine Justizreform eine schwere Niederlage hinnehmen müssen.