NGO: Russland greift Medizinpersonal in Ukraine gezielt an

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13.07.2026 12.31Online seit heute, 12.31 UhrAngriffe auf das Gesundheitssystem und das medizinische Personal in der Ukraine sind nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen (MSF) Teil einer gezielten Strategie der russischen Armee. Zu diesem Ergebnis kommt der heute veröffentlichte Bericht „No Safe Place to Heal“ der Hilfsorganisation. „Diese Angriffe sind zu systematisch, zu häufig und zu präzise, um zufällig zu sein“, sagte Robin Meldrum, MSF-Landeskoordinator in der Ukraine, in einer Aussendung.„Wenn Krankenhäuser wiederholt getroffen werden, wenn Rettungswagen gezielt mit Präzisionsdrohnen angegriffen werden und wenn medizinisches Personal auf dem Weg zur Auslieferung von Medikamenten in deutlich gekennzeichneten Fahrzeugen getötet wird – dann ist das kein Zufall, dann ist das ein Muster“, so Meldrum.WHO: Rund 2.800 AngriffeÄrzte ohne Grenzen fordern ein sofortiges Ende der Angriffe auf das medizinische Personal. Dem Bericht zufolge hat die Organisation außerdem den Zugang zu mehr als 80 ukrainischen Dörfern verloren, in denen mobile Teams eine medizinische Grundversorgung angeboten hatten.Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtete ebenfalls über derartige Angriffe: Zwischen Februar 2022 und Ende 2025 wurden hier insgesamt 2.811 Angriffe auf die medizinische Versorgung in der Ukraine dokumentiert.Zu wenige Ärzte an der FrontDarüber hinaus haben die Anschläge auf die medizinische Infrastruktur und die Angst vieler Menschen vor Angriffen zu einer deutlichen Verschlechterung beim Zugang zur Gesundheitsversorgung geführt. Laut MSF ist die Situation für Menschen in Frontnähe besonders herausfordernd.Viele der noch bestehenden medizinischen Einrichtungen sind stark unterbesetzt. In einem von der Organisation unterstützten Krankenhaus in Cherson, im Süden der Ukraine, ist die Zahl der Ärztinnen und Ärzte seit 2022 etwa um 66 Prozent gesunken.HRW: 15.000 Zivilisten getötetLaut Bericht ist außerdem der Anteil der Verletzungen durch Drohnenangriffe zuletzt deutlich angestiegen. Betroffene erleiden dabei oft mehrere Verletzungen gleichzeitig. Dadurch steigt das Risiko einer Infektion oder gar Sepsis.Der Organisation Human Rights Monitoring Mission (HRMMU) zufolge verzeichnete die Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskrieges insgesamt etwa 15.000 getötete und 40.000 verletzte Zivilisten, heißt es im Bericht.