17.07.2026 12.24Online seit heute, 12.24 UhrDie europäische Industrie soll mehr und länger Kohlendioxid (CO2) ausstoßen dürfen als bisher geplant. Die EU-Kommission schlug heute vor, den Europäischen Emissionshandel (ETS) anzupassen und die verfügbare Menge an CO2-Zertifikaten langsamer zu senken.Brüssel reagiert damit auf Druck aus der Industrie und von mehreren Mitgliedsstaaten, die Kosten für kriselnde Branchen senken wollen.Die EU deckelt mit dem ETS die Menge an Kohlendioxid (CO2), die bestimmte Sektoren insgesamt ausstoßen dürfen. Darunter fallen etwa die Stahl- und Aluminiumproduktion, die Chemieindustrie, Strom- und Wärmeproduzenten sowie Düngemittelhersteller. Die Unternehmen müssen CO2-Zertifikate kaufen, deren Gesamtzahl jedes Jahr sinkt, um den Kohlendioxidausstoß zu reduzieren.Bisher sollte die Zahl der Zertifikate bis Ende 2039 auf null sinken. Die Kommission will diese nun langsamer reduzieren, sodass der Emissionshandel in den 2040er Jahren weitergeht. Es könnte bis 2046 oder 2048 dauern, bis die betroffenen Industrien ihre CO2-Emissionen vollständig ausgleichen.Einige Unternehmen erhalten kostenlose Zertifikate, damit ihnen durch die ETS-Kosten im internationalen Wettbewerb kein Nachteil entsteht. Diese kostenlosen Zertifikate gehen an jene Firmen, die pro Tonne des fertigen Produkts am wenigsten CO2 ausstoßen.Eigentlich sollten 2034 die letzten kostenlosen Zertifikate ausgegeben werden, diese Frist will die Kommission bis Ende 2037 verlängern. In Zukunft sollen die kostenlosen Zertifikate aber an Investitionen in die Abkehr von Öl und Gas geknüpft werden.