Mit ArtCraft tritt ein neues Open-Source-Projekt an, gleich mehrere klassische Kreativwerkzeuge neu aufzubauen. Geplant sind sieben Anwendungen für Bildbearbeitung, Vektorgrafik, Videoschnitt, Fotoverwaltung, PDF-Arbeiten, Motion Graphics und Seitenlayout. Die Programme sollen kostenlos bleiben, ohne Registrierung auskommen und überwiegend sowohl als native Desktop-Apps als auch im Browser laufen.Der Anspruch ist entsprechend breit. PhotoCraft zielt auf klassische Bildbearbeitung, VectorCraft auf Illustrationen, FilmCraft auf Videoschnitt und LightCraft auf Fotoverwaltung samt RAW-Entwicklung. PrintCraft kümmert sich um PDFs, EffectCraft um Animation und visuelle Effekte, DesignCraft um Layout und Publishing. Alle Anwendungen entstehen laut Projekt von Grund auf in Rust und sollen ohne Electron oder eingebettete Webansichten auskommen.PhotoCraft macht den AnfangAm weitesten ist derzeit PhotoCraft. Der Bildeditor liegt als frühe Alpha für macOS, Windows und Linux vor, zusätzlich gibt es eine WebAssembly-Version. Unterstützt werden Ebenen, Masken, Einstellungsebenen, Texte, Vektoren und Pinsel. PSD- und PSB-Dateien lassen sich öffnen und speichern. ArtCraft nennt außerdem 16 Einstellungsebenen, mehr als 70 Filter mit Live-Vorschau, Smart Objects und Ebenenstile.Auch Farbmanagement gehört bereits zum Funktionsumfang. PhotoCraft verarbeitet Dokumente mit 8, 16 oder 32 Bit in RGB, CMYK, Lab und Graustufen. Auswahlfunktionen für Motive und Objekte laufen lokal auf dem Gerät. Damit setzt das Projekt einen anderen Schwerpunkt als viele aktuelle Webdienste, bei denen kreative Werkzeuge eng an Cloud-Konten und Abonnements gekoppelt sind.Freie Alternativen gibt es zwar bereits. Darktable richtet sich beispielsweise an Fotografen, während OpenShot inzwischen auch Aufnahme, Farbkorrektur und lokale KI-Masken anbietet. ArtCraft versucht dagegen, mehrere solcher Einsatzbereiche unter einem gemeinsamen technischen Dach abzudecken.Native Apps und Browser-VersionenNeben PhotoCraft befinden sich die übrigen Programme noch in Entwicklung oder im frühen Alpha-Stadium. Browser-Versionen sind für PhotoCraft, VectorCraft, LightCraft, PrintCraft, EffectCraft und DesignCraft vorgesehen. FilmCraft bleibt zunächst auf macOS, Windows und Linux beschränkt.Für Automatisierungen sollen alle Programme zusätzlich über Kommandozeile, JSON-Schnittstellen und MCP ansprechbar sein. Damit richtet sich ArtCraft nicht nur an klassische Maus-und-Tastatur-Workflows, sondern bereitet die Anwendungen auch auf die Steuerung durch Skripte und KI-Agenten vor. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt inzwischen auch Affinity, das MCP bereits für die Claude-Integration nutzt.Der Quellcode der Anwendungen liegt offen auf GitHub. ArtCraft betont zudem, dass Dateien lokal verarbeitet werden und keine Cloud-Übertragung nötig ist. Derzeit bleibt allerdings vor allem PhotoCraft ein praktisch nutzbarer Einstieg. Bei den übrigen sechs Anwendungen zeigt sich erst mit den kommenden Builds, wie weit der geplante Gegenentwurf zu etablierten Kreativpaketen tatsächlich trägt.★ ifun.de bei Google bevorzugen ★Der Beitrag ArtCraft: Sieben kostenlose Kreativ-Apps gegen Adobe wurde zuerst auf ifun.de veröffentlicht.