06.10.2026 20.09Online seit heute, 20.09 UhrDie Rede des tschechischen Kulturministers Oto Klempir zur Eröffnung der Frankfurter Buchmesse ist von Protesten begleitet worden. Tschechien ist der Ehrengast der diesjährigen Messe.Während Klempir sprach, gab es Zwischenrufe und Pfiffe, ein Mann hielt ein Plakat hoch. Unter anderem hatte die Abberufung der Leiterin der Prager Nationalgalerie für Aufsehen gesorgt. In der Kritik steht besonders die Reform der öffentlich-rechtlichen Medien.Denemarkova bejubeltDie tschechische Autorin Radka Denemarkova („Stunden aus Blei“), die nach dem Minister sprach, wurde bejubelt, als sie sagte, Minister kämen und gingen, „aber die Literatur bleibt“. In ihrer Rede betonte sie, man könne Literatur und Politik nicht trennen: „Der Kampf um die Wortmacht ist auch ein Kampf um die Weltmacht.“Weimer will gegen Tech-Konzerne vorgehenDer deutsche Kulturstaatsminister Wolfram Weimer warb zur Eröffnung der Buchmesse darum, in Europa gemeinsam gegen Technologiekonzerne vorzugehen. Die Macht von „Big Tech“ müsse mit allen Mitteln bekämpft werden, sagte Weimer.Die Verheiratung von Social-Media und Künstlicher Intelligenz erzeuge einen „diskursiven Treibhauseffekt“ in westlichen Gesellschaften.Die 78. Frankfurter Buchmesse begann heute zunächst für Fachbesucher. Ab Freitag sind dann auch Privatleute willkommen. Auf zehn Bühnen sind bis Sonntag mehr als 1.000 Redner zu erleben. Ehrengastland ist Tschechien.