15.08.2026 07.28Online seit heute, 7.28 UhrÖsterreichs Krankenversicherungsträger haben ihr Defizit im Jahr 2026 gegenüber der letzten Prognose vor drei Monaten fast halbieren können. Statt minus 204,8 Mio. Euro wird in der nunmehrigen vorläufigen Erfolgsrechnung nur noch ein Defizit von 111,2 Mio. Euro erwartet.Die Prognose für die kommenden Jahre zeigt weiter nach unten, hat sich aber ebenfalls verbessert. Dachverband-Chef Peter McDonald hält weiter an einer „schwarzen Null“ als Ziel fest.SVS erwartet geringeren GewinnDer Blick auf die drei Krankenversicherungsträger weist der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) in dem noch immer nicht endgültigen 2026er-Ergebnis nun ein Minus von 151,5 Mio. Euro aus (zuletzt minus 217,8 Mio.). Bei der Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau (BVAEB) wird nun ein Verlust von 65,1 Mio. Euro erwartet (vor drei Monaten noch minus 102,7 Mio.).Dafür erwartet die Sozialversicherungsanstalt der Selbstständigen (SVS), die als einzige Kasse positiv bilanziert, einen etwas geringeren Gewinn von 105,4 statt 115,6 Mio. Euro für 2026. Auch die Vorschau für die kommenden Jahre sieht besser aus, die Kurve zeigt jedoch weiter steil nach unten. 2030 rechnet man jetzt mit einem Minus von 855,8 Mio. Euro (statt davor 1.127,8 Mio. Euro).McDonald sieht ErfolgMcDonald, in diesem Halbjahr turnusmäßig Chef des Sozialversicherungs-Dachverbands und Dienstgebervertreter in der ÖGK, zeigte sich stolz. Es sei gelungen, die vor eineinhalb Jahren für 2026 befürchteten Verluste – damals wurde ein Abgang von über einer Milliarde Euro prognostiziert – um neun Zehntel senken zu können, sagte er zur APA.Dass die Zahlen besser werden, hat für McDonald keineswegs mit Prognoseirrtümern in der Vergangenheit zu tun, sondern mit gesetzten Maßnahmen im Kassenbereich, etwa Gehaltsabschlüssen unter der Inflation, der Streichung von 300 Dienstposten in der ÖGK oder der Reduktion von Verwaltungsflächen.Nicht zuletzt kämen aber auch Abschlüsse mit den Vertragspartnern zur Geltung, die niedriger als erwartet ausgefallen seien. Und auch der um 0,9 Prozentpunkte erhöhte Krankenversicherungsbeitrag für Pensionisten habe sich ausgewirkt.