Peking stoppt für Essenslieferanten an roten Ampeln die Uhr

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14.08.2026 09.53Online seit heute, 9.53 UhrMit einer ungewöhnlichen Regel wollen die chinesische Hauptstadt Peking und große Lieferplattformen den Zeitdruck für Essenszusteller senken: Wartezeiten an roten Ampeln werden künftig gutgeschrieben.Essenslieferanten in China haben einen harten, weitgehend von Algorithmen gesteuerten Arbeitsalltag. Die Systeme teilen Bestellungen zu, berechnen Routen und legen fest, bis wann das Essen ankommen soll. Bisher lief die Uhr auch an roten Ampeln weiter.Wie die Pekinger Marktaufsicht nun mitteilte, verständigten sich drei große Lieferplattformen bei Gesprächen mit Behörden und Fahrervertretern darauf, die Wartezeit an roten Ampeln künftig automatisch aus der für die Bewertung der Fahrer maßgeblichen Lieferzeit herauszurechnen.Die Plattformen sollen dazu Ampeldaten der Verkehrsbehörden erhalten. Wartet ein Fahrer beispielsweise 90 Sekunden, werden ihm 90 Sekunden zusätzlich gutgeschrieben. Im September soll das System zunächst in Teilen der Stadt erprobt werden.Außerdem wollen die Plattformen die Lieferzeiten neu berechnen. Dabei soll eine durchschnittliche Geschwindigkeit von höchstens 15 Kilometern pro Stunde zugrunde gelegt werden. Bei schlechtem Wetter und schwierigen Verkehrsverhältnissen sollen die Fahrer mehr Zeit bekommen.In Chinas Großstädten liefern Millionen Menschen Essen und andere Waren aus. Für viele hängt der Verdienst stark von der Zahl der erledigten Aufträge ab. Direkte Abzüge wegen verspäteter Lieferungen wurden inzwischen weitgehend abgeschafft oder zurückgedrängt. Fahrer berichten jedoch weiterhin von hohem Zeitdruck und der Angst vor schlechteren Bewertungen.