Erste Afrikastrategie im Nationalrat beschlossen

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06.07.2026 14.46Online seit heute, 14.46 UhrDer Nationalrat hat heute die erste österreichische Afrikastrategie beschlossen. Damit will man vom klassischen „Geber-Empfänger-Modell“ abkehren und gleichberechtigte, interessengeleitete Partnerschaften auf Augenhöhe schaffen.Zustimmung kam von den Regierungsparteien. Die FPÖ sah eine Benachteiligung Österreichs zum Vorteil Afrikas, für die Grünen standen österreichische Interessen zu sehr im Vordergrund der Strategie.Österreich soll der Strategie zufolge jene Kooperationen priorisieren, bei denen ein beidseitiger Nutzen für Österreich und afrikanische Staaten vorliegt. Inhaltlich wurden die Schwerpunktbereiche Stabilität und Resilienz, wirtschaftliche Zusammenarbeit, Migration und Mobilität sowie Bildung, Kultur und Umwelt festgelegt.Ehrenamtlicher AfrikabeauftragterFür die Umsetzung der Strategie soll im Außenministerium die Position eines bzw. einer Afrikabeauftragten verankert werden. Dabei handle es sich um eine ehrenamtliche Tätigkeit, sagte Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) im Nationalrat.Sie unterstrich die Bedeutung Afrikas. Elf afrikanische Staaten würden zu den 20 am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt zählen, sagte sie. Zudem sei der Kontinent „massiv sicherheitsrelevant“, dortige Konflikte hätten unmittelbare Auswirkungen auf Österreich.FPÖ und Grüne lehnen Strategie abDie beiden Oppositionsparteien lehnten die Strategie – aus diametralen Gründen – ab. Steuergeld fließe zulasten der österreichischen Bevölkerung nach Afrika, meinte die FPÖ-Abgeordnete Susanne Fürst. Qualifizierte Migration aus Afrika brauche es nicht.David Stögmüller (Grüne) sah indes das Vorhaben, eine Partnerschaft auf Augenhöhe zu schaffen, durch die Strategie verfehlt. Afrika werde darin durch die Brille österreichischen Interesses betrachtet. Es gehe vor allem um Rohstoffe und Migration, der Fokus müsse aber vielmehr auf fairem Handel und der Bekämpfung von Armut und der Klimakrise liegen. Zurück zur StartseiteORF.atNicht alle Bilder konnten vollständig geladen werden. Bitte schließen Sie die Druckvorschau bis alle Bilder geladen wurden und versuchen Sie es noch einmal.