Bosch-Betriebsratschef fordert Gespräche zur Autoindustrie

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05.07.2026 15.00Online seit heute, 15.00 UhrMit Blick auf die Krise in der deutschen Autoindustrie hat der Betriebsrat des weltweit größten Autozulieferers Bosch einen runden Tisch von Arbeitgebern, Gewerkschaften und Politik gefordert. „Wir können nicht so weitermachen wie bisher“, sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Bosch Mobility, Frank Sell, dem „Spiegel“.Nötig sei „eine Taskforce mit Vertretern der Arbeitgeber aus Automobil- und Zulieferindustrie, der Arbeitnehmer, Gewerkschaft und der Politik“. Diese Taskforce solle erst auseinandergehen, „wenn sie Lösungen erarbeitet hat, die die Zukunft der Branche in Deutschland sichern“, fuhr Sell fort.Die deutschen Autohersteller stehen derzeit unter Druck. Laut Berechnung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY gingen allein im vergangenen Jahr fast 50.000 Jobs in der Autoindustrie in Deutschland verloren. Seit 2019 wurden demnach 111.000 Stellen in der Branche abgebaut.Mercedes-Benz hat ein Sparprogramm angekündigt, das Unternehmen erwägt längere Arbeitszeiten bei gleichem Lohn zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Werke. Der Hersteller hatte Ende April seine Bilanz für das erste Quartal vorgelegt – der Gewinn sank um 17 Prozent im Vorjahresvergleich auf 1,43 Milliarden Euro. Mercedes machte vor allem ein schwieriges China-Geschäft verantwortlich.Europas größter Autokonzern Volkswagen plant einen radikalen Konzernumbau, der laut einem Medienbericht mit einem noch stärkeren Stellenabbau als bisher und Werkschließungen in Deutschland einhergehen soll. Das „Manager Magazin“ berichtete Ende Juni von weltweit bis zu 100.000 geplanten Stellenstreichungen. Zudem sollen vier Werke in Deutschland geschlossen werden.