Berichte: Zwangsrekrutierungen in Äthiopien

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06.07.2026 10.19Online seit heute, 10.19 UhrDie Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) wirft den Behörden in der nordäthiopischen Region Tigray die Zwangsrekrutierung von Zivilisten vor.Auch Minderjährige seien betroffen, so die stellvertretende Afrikadirektorin der Organisation, Laetitia Bader, heute. Die Kampagne erzeuge „ein Klima der Angst in der gesamten Region“. Potenzielle Rekruten schliefen aus Furcht vor Zwangsrekrutierung im Freien oder flüchteten aus Tigray.Menschenrechtsverbrechen in BürgerkriegIn den vergangenen Monaten kam es zwischen der äthiopischen Zentralregierung und der wichtigsten politischen Partei Tigrays, der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF), erneut zu Spannungen.Beide Seiten kämpften während eines blutigen Bürgerkrieges von 2020 bis 2022 gegeneinander, dieser endete Ende 2022 mit einem Waffenstillstand. In dem Konflikt kam es zu zahlreichen Menschenrechtsverbrechen. Nun schüren die Spannungen Sorgen vor einem neuen bewaffneten Konflikt auf dem Horn von Afrika.Entführungen und RazzienBewohnerinnen und Bewohner in Städten und Gemeinden berichteten laut Human Rights Watch, dass Beamte und Streitkräfte in Tigray ehemalige Kämpfer, andere Männer und Burschen auf der Straße, in Büros und bei nächtlichen Hausdurchsuchungen entführten.Es seien auch Razzien und Entführungen aus Goldminen, einer wichtigen Einnahmequelle für junge Männer und Burschen in der Region, gemeldet worden. Von den lokalen Behörden gab es zunächst keine Stellungnahme zu den Vorwürfen.