27.09.2026 20.40Online seit heute, 20.40 UhrPapst Leo XIV. hat jede Form aktiver Sterbehilfe in deutlichen Worten verurteilt. Bei einem Besuch im französischen Marien-Wallfahrtsort Lourdes richtete das Oberhaupt der katholischen Kirche heute einen Appell an die Ärzteschaft und andere Beschäftigte im Gesundheitswesen.Der Sinn ihrer Berufung bestehe darin, „sich um einen leidenden Menschen zu kümmern und nicht darin, ihn zu beseitigen“.Leo fügte hinzu: „Es ist unmöglich, das Herbeiführen des Todes als normal anzusehen. Was legal ist, ist nicht zwangsläufig auch sittlich erlaubt. Der Versuchung, unter dem Vorwand falschen Mitleids das Leben zu beenden, muss gerade im Namen dieser unveräußerlichen Würde des Menschen entschieden widerstanden werden.“ Niemand habe das Recht, „auf der Grundlage von labortechnischen Algorithmen“ über Leben zu entscheiden.Sterbehilfe in mehreren europäischen Ländern erlaubtDas Oberhaupt von weltweit 1,4 Milliarden Katholikinnen und Katholiken bezog sich mit seiner Kritik auf gesetzliche Regelungen zur Sterbehilfe in verschiedenen europäischen Ländern. Auch die französische Nationalversammlung hatte in diesem Sommer nach langen Debatten mit großer Mehrheit ein Gesetz zur aktiven Sterbehilfe verabschiedet.AP/Laurent CiprianiDer Marien-Wallfahrtsort Lourdes ist die vorletzte Station von Leos Frankreich-Besuch. Am Vormittag hatte der Papst in Lourdes eine Messe mit 150.000 Teilnehmenden gefeiert.„Eingeständnis unserer Fehler“In seiner Predigt sprach Leo XIV. auch von „tiefen Wunden, Untreue und schmerzhaften Fehltritten“, die in der Kirche begangen worden seien. „Das Eingeständnis unserer Fehler ist für unser spirituelles Wachstum unverzichtbar.“Wie in anderen Ländern wurden auch in Frankreich über Jahrzehnte hinweg Missbrauchsfälle durch Priester unter den Teppich gekehrt. Einer unabhängigen Untersuchungskommission zufolge gab es seit 1950 mehr als 200.000 Opfer. Zurück zur StartseiteORF.atNicht alle Bilder konnten vollständig geladen werden. Bitte schließen Sie die Druckvorschau bis alle Bilder geladen wurden und versuchen Sie es noch einmal.