01.10.2026 06.15Online seit heute, 6.15 UhrBei der ersten geplanten Hinrichtung einer Frau in Tennessee seit mehr als 200 Jahren ist es zu Komplikationen gekommen. Nach Darstellung von Christa Pikes Verteidigern lebte die 50-Jährige auch nach der Verabreichung zweier Giftspritzen noch, wie aus einem entsprechenden Gerichtsdokument hervorgeht.„Um 20:26 Uhr berichteten Zeugen der Hinrichtung, dass die Vollstrecker beide Spritzen mit den tödlichen Chemikalien injiziert hätten und Pike noch am Leben sei und schnarche.“Wenig später teilte Richter Kyle Hixson mit, in einer Telefonkonferenz mit den Anwälten aller Beteiligten habe der Staat das Gericht informiert, „dass Frau Pike nicht für tot erklärt worden sei“. Die Justizvollzugsbehörde habe zudem die medizinische Notfallversorgung und den Transport von Pike in ein Krankenhaus angeordnet.Ein Berufungsgericht hatte die Hinrichtung gestern zunächst gestoppt, weil Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Verurteilung aufgekommen waren. Dabei ging es um die Würdigung von Traumata, die Pike als Kind erlitt. Diese waren von der Justiz erst nach dem Todesurteil anerkannt worden.Pike machte geltend, der Bundesstaat Tennessee habe sie als Lügnerin abgetan und ihre Angaben zu erlittenem Missbrauch für fabriziert gehalten. Der Staat ging gegen den Hinrichtungsstopp umgehend beim US-Höchstgericht vor, das dem Eilantrag gestern Abend stattgab.Pike war 1996 für den Mord an einer damals 19-jährigen Bekannten zum Tode verurteilt worden. Sie selbst war zum Tatzeitpunkt 18 Jahre alt. 1995 hatten drei Teenager das Opfer in einem abgelegenen Gebiet nahe der University of Tennessee in Knoxville gefoltert und getötet. Die beiden anderen Teenager kamen mit Haftstrafen davon.