29.09.2026 10.31Online seit heute, 10.31 UhrBundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) und fünf weitere Regierungschefs warnen in den EU-Finanzverhandlungen, dass der Ansatz der EU-Kommission nicht zustimmungsfähig ist. In einem Reuters und der APA vorliegenden Schreiben an die irische EU-Ratspräsidentschaft heißt es: „Nahezu jeder EU-Mitgliedstaat unternimmt schmerzhafte Anstrengungen, um seine öffentlichen Finanzen zu konsolidieren. Ohne solide öffentliche Finanzen wird es keine europäische Souveränität geben.“Die unterzeichnenden Regierungschefs – neben Österreich jene aus Deutschland, Schweden, Finnland, den Niederlanden und Dänemark – vertreten Nettozahler. Darunter versteht man Länder, die mehr ins EU-Budget einzahlen als an Rückflüssen zurückzubekommen.Sie betonen in dem Brief von gestern, dass sie keine Kürzung des siebenjährigen EU-Finanzrahmens (MFR) ab 2028 im Vergleich zum bestehenden MFR wollen. „Aber wir müssen auch realistisch sein“, heißt es weiter.Die von der EU-Kommission vorgeschlagene nominale Aufstockung um rund 60 Prozent sei „schlichtweg nicht realistisch, weder wirtschaftlich noch politisch“. Es wird darauf verwiesen, dass es in vielen EU-Ländern bereits jetzt ernsthafte Sorgen wegen der hohen Schulden in den nationalen Haushalten gebe.Die irische Präsidentschaft wird deshalb dringend aufgefordert, einen „um mehrere hundert Milliarden Euro“ reduzierten Ansatz vorzulegen, über den auf dem EU-Gipfel im Oktober geredet werden soll. Der Brief unterstreicht die harte Haltung, die die sechs Staaten in der Finanzdiskussion verabredet hatten.