26.07.2026 14.22Online seit heute, 14.22 UhrDer tschechische Aktionskünstler Milan Knizak ist tot. Der frühere langjährige Leiter der Prager Nationalgalerie starb heute im Alter von 86 Jahren, wie der tschechische Kulturminister Oto Klempir bei X mitteilte. Knizak habe die Freiheit des Menschen und die Freiheit des Werks in den Mittelpunkt seiner Arbeit gestellt, betonte der Politiker. Als Pädagoge habe er zudem Generationen von Künstlern geprägt.Während der Zeit des Sozialismus war Knizak in der Untergrund-Kunstszene aktiv und Gründer der Rockgruppe Aktual. Als Vertreter der Fluxus-Bewegung beteiligte er sich an Happenings. Nach der demokratischen Wende von 1989 wurde er Rektor der Akademie der Bildenden Künste in Prag.Von 1999 bis 2011 stand Knizak an der Spitze der Prager Nationalgalerie mit ihrer wertvollen Kunstsammlung. Er war in dieser Rolle indes heftig umstritten. Kritiker und Kritikerinnen bemängelten seinen Führungsstil als autoritär und warfen ihm vor, kaum mit ausländischen Museen zusammenzuarbeiten.Zeitweise untersagte Knizak Leihgaben in andere Länder ganz – aus Angst vor Beschlagnahmung aufgrund von Rechtsstreitigkeiten des Staates.Knizak wurde am 19. April 1940 in Pilsen (Plzen) geboren, wuchs aber im westböhmischen Kurort Marienbad (Marianske Lazne) auf. Seine Werke waren in Ausstellungen unter anderem in Deutschland, Frankreich, den USA und Japan zu sehen. Der damalige Präsident Vaclav Klaus verlieh ihm im Jahr 2010 die tschechische Verdienstmedaille.