Presse in Serbien zunehmend unter Druck

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23.07.2026 14.56Online seit heute, 14.56 UhrDie Lage für regierungsunabhängige Medien und Journalisten in Serbien hat sich im Vorjahr zunehmend verschlechtert. Das geht aus dem neuesten Bericht der „Europäischen Journalisten Föderation“ (EFJ) und ihrer Partner hervor.Zudem wurden heuer bereits über 100 Verstöße gegen die Medienfreiheit gemeldet, darunter Morddrohungen und Hasskommentare im Netz. Laut dem regierungskritischen Nachrichtensender N1 gehen die staatlichen Behörden jedoch unzureichend dagegen vor.Hetzkampagnen gegen JournalistenBereits im Vorjahr führten mehrere Hetzkampagnen gegen Journalistinnen und Journalisten dazu, dass Polizisten sowie Unterstützer der Regierungspartei Medienvertreter körperlich angriffen oder in sozialen Netzwerken mit dem Tod bedrohten.N1 zufolge wurden derartige Angriffe vom serbischen Staatspräsidenten Aleksandar Vucic und seiner Regierung befürwortet. Organisationen wie „Reporter ohne Grenzen“ und EFJ fordern die serbischen Behörden seit Monaten dazu auf, gegen die zunehmende Gewalt an Journalisten und Medienorganisationen vorzugehen.Bericht: 2025 209 Verstöße gegen PressefreiheitDen EFJ-Recherchen zufolge wurden 2025 in Serbien 209 Verstöße gegen die Medienfreiheit verzeichnet. Das sind mehr als doppelt so viele Fälle wie noch im Jahr davor. 2025 waren insgesamt 359 Journalisten, Medienmitarbeiter und Medienorganisationen von den Vorfällen betroffen. Heuer waren bis zum 16. Juni bereits mehr als 100 Fälle registriert worden, bei denen 170 Medienmitarbeiter betroffen waren.Laut N1 wurde von den bisher 111 gemeldeten Fällen jedoch nur einer rechtlich abgeschlossen. Insgesamt sechs Journalisten sahen sich zuletzt gezwungen, aus dem Balkan-Staat zu fliehen, heißt es in dem Bericht weiter. Die Polizei sei in 51 Fällen den Aufforderungen der Staatsanwaltschaft zur Identifizierung von Verdächtigen nicht nachgekommen, erklärte etwa der Verband unabhängiger elektronischer Medien (ANEM) gegenüber N1.Auch die serbische Zeitung „Becejski Mozaik“ und deren Journalistin Kristina Demeter Filipcev wurden Opfer von Onlinedrohungen, wie N1 meldete. Insbesondere Filipcev war mehrmals von frauenfeindlichen und rassistischen Kommentaren betroffen. Darüber hinaus ordnete das Oberlandesgericht in Belgrad am Montag die Verhaftung des bekannten Journalisten Aleksandar Radic an, der kurz zuvor ins Ausland geflohen war. Zurück zur StartseiteORF.atNicht alle Bilder konnten vollständig geladen werden. Bitte schließen Sie die Druckvorschau bis alle Bilder geladen wurden und versuchen Sie es noch einmal.