22.07.2026 19.34Online seit heute, 19.34 UhrEin Freibad im Südtiroler Salurn, das erstmalig eine eigene Schwimmzeit für muslimische Frauen anbietet, sorgt italienweit für Auseinandersetzungen.Wie die Tageszeitung „Alto Adige“ berichtete, steht das Lido ab kommender Woche montags von 18.30 bis 19.30 Uhr – nach dem regulären Badebetrieb – muslimischen Frauen aus der Umgebung zur Verfügung. Während dieser Stunde ist das Tragen eines Burkinis ausdrücklich erlaubt.Pächter: Mehr InklusionDie Ganzkörperbadebekleidung bedeckt bis auf Gesicht, Hände und Füße den gesamten Körper und entspricht den religiösen Bekleidungsvorschriften vieler Musliminnen. Pächter Luca Lechthaler bezeichnete die Sonderöffnung als Beitrag zu mehr Inklusion und als Teil des Auftrags eines öffentlichen Schwimmbadbetreibers. Auch anderen Vereinen würden außerhalb der regulären Öffnungszeiten vergleichbare Nutzungsmöglichkeiten angeboten.Lega beklagt „Segregation“Salurns Bürgermeister Roland Lazzeri erklärte, der Pächter könne über solche Zusatzangebote eigenständig entscheiden. Ziel sei es, möglichst allen Bürgerinnen und Bürgern den Zugang zum Schwimmbad zu ermöglichen – auch jenen, die das Bad während der regulären Öffnungszeiten nicht nutzen könnten.Die stellvertretende Parteichefin der rechten Regierungspartei Lega, Silvia Sardone, bezeichnete die Initiative als „absurd“. Sie fördere keine Integration, sondern Segregation, erklärte Sardone in einer Mitteilung. Die Trennung von Männern und Frauen sowie die Möglichkeit, während der Schwimmstunde einen Burkini zu tragen, institutionalisierten vielmehr eine Form der Abgrenzung zwischen den Geschlechtern und den verschiedenen Gemeinschaften. Ähnlich äußerte sich die Südtiroler Freiheitlichen, die in der Landesregierung vertreten sind.SVP: „Geste der Sensibilität“Anders sah die Lage die Senatorin der regierenden Südtiroler Volkspartei (SVP), Julia Unterberger. Sie bezeichnete die Initiative des Freibades als „Geste der Sensibilität und sozialen Inklusion“.Die Initiative ermögliche Frauen, die das Schwimmbad sonst wahrscheinlich nicht besuchen würden, das Haus zu verlassen, sich zu treffen, Sport zu treiben und einen öffentlichen Raum zu nutzen, so Unterberger. „Sie trennt diese Frauen nicht von der Gesellschaft, sondern schafft vielmehr eine zusätzliche Möglichkeit, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.“