Ein Ausfall zentraler Cloud-Dienste könnte große Teile der deutschen Wirtschaft innerhalb kurzer Zeit zum Stillstand bringen. Nach einer aktuellen Bitkom-Umfrage müssten 46 Prozent der Unternehmen ihren Geschäftsbetrieb früher oder später einstellen, wenn ihre Cloud-Anwendungen nicht mehr erreichbar wären.Jede elfte Firma müsste sofort aufgebenNeun Prozent der befragten Unternehmen geben an, bereits unmittelbar nach dem Ausfall nicht mehr weiterarbeiten zu können. Weitere Firmen würden nach wenigen Stunden oder Tagen an ihre Grenzen stoßen. Im Durchschnitt schätzen die Cloud-Nutzer, ihren Betrieb noch rund 78 Stunden aufrechterhalten zu können.Die Zahlen beruhen auf einer repräsentativen Befragung von 603 deutschen Unternehmen ab 20 Beschäftigten. Es handelt sich somit um eine Selbsteinschätzung. Berücksichtigt wurden Dienste für Büroarbeit und Kommunikation ebenso wie cloudbasierte Datenbanken, Unternehmensanwendungen und KI-Angebote.Gravierende Ausfälle sind keine Seltenheit28 Prozent der Cloud-Nutzer berichten, in den vergangenen zwölf Monaten von mindestens einem gravierenden Ausfall betroffen gewesen zu sein. Welche Folgen eine Störung bei einem großen Anbieter haben kann, zeigte zuletzt der umfangreiche AWS-Ausfall im Oktober 2025. Damals waren neben Amazon-Diensten auch Messenger, Kamerasysteme und zahlreiche Anwendungen anderer Unternehmen zeitweise nicht erreichbar.Die meisten Firmen haben das Risiko zumindest erkannt. 82 Prozent verfügen über Notfall- und Wiederanlaufpläne, drei Viertel sichern wichtige Daten zusätzlich außerhalb der Cloud. 69 Prozent überwachen ihre verwendeten Dienste selbst und zwei Drittel können einen eingeschränkten Notbetrieb mit lokalen Lösungen starten.Zweite Cloud bleibt die AusnahmeDeutlich seltener setzen Unternehmen allerdings auf echte technische Redundanz. Nur 35 Prozent halten zusätzliche Systeme vor. Lediglich acht Prozent nutzen einen zweiten Cloud-Anbieter, der beim Ausfall des eigentlichen Dienstleisters übernehmen könnte.Auch zusätzliche Datensicherungen helfen nur begrenzt, wenn Anwendungen und Arbeitsabläufe vollständig an einen einzelnen Anbieter gebunden sind. Dennoch bleiben lokale Kopien unverzichtbar. Für private Nutzer und kleinere Unternehmen bietet das von uns beschriebene 3-2-1-Prinzip weiterhin eine sinnvolle Grundlage: drei Kopien auf zwei unterschiedlichen Medien, von denen sich eine an einem anderen Ort befindet.Die Bitkom-Zahlen verdeutlichen, dass die Cloud für viele Unternehmen inzwischen ähnlich kritisch ist wie die Stromversorgung oder der Internetzugang. Komfort und zentrale Verwaltung gehen dabei mit einer Abhängigkeit einher, die erst bei einer größeren Störung vollständig sichtbar wird.The post Cloud-Ausfall würde fast jedes zweite Unternehmen lahmlegen first appeared on ifun.de.