Sporrer kann „Jugendgerichtshof Plus“ einiges abgewinnen

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25.07.2026 08.10Online seit heute, 8.10 UhrFür Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) war die 2003 vom damaligen Justizminister Dieter Böhmdorfer (FPÖ) vorgenommene Auflösung des Jugendgerichtshofs in Wien „ein großer Fehler“. Ein eigenes Jugendgericht samt Haftanstalt, wo alle Ebenen an einem Standort versammelt waren, habe ausgezeichnet funktioniert.Insofern könne sie der Forderung von Generalprokuratorin Margit Wachberger nach einem „Jugendgerichtshof Plus“ als zweitem Strafgericht in Wien „viel abgewinnen“. Sie sehe jedoch „zurzeit die Ressourcen nicht“, um einen „Jugendgerichtshof Neu“ umsetzen zu können.Mit der neuen Justizanstalt (JA) Münnichplatz in Wien-Simmering für jugendliche Häftlinge sei allerdings ein „Systemwechsel“ eingeläutet, betonte die Justizministerin. Zwei Drittel von dem, was seinerzeit den Jugendgerichtshof ausmachte, werde nun auf dem Münnichplatz geleistet: „Wir haben an einem Standort die Haft mit Ausbildungs-, Therapie- und Sportmöglichkeiten kombiniert. Die Jugendgerichtshilfe ist natürlich auch vor Ort.“Die heuer offiziell in Betrieb genommene JA Münnichplatz war für 72 ausschließlich männliche Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren konzipiert. Das Gefängnis ist bereits jetzt ausgelastet bzw. überbelegt. „Das haben wir vor einem Jahr nicht absehen können. Die Anstalt hat aber unter Einhaltung der gesetzlichen Standards die Kapazitäten, mehr Jugendliche unterzubringen als ursprünglich geplant“, so Sporrer.