21.07.2026 15.20Online seit heute, 15.20 UhrDie rechtsextremen Identitären und ihre Verbindungen in die FPÖ beschäftigen weiter Politik und Medien. Heute berichtete der „Standard“ über Chats aus Ermittlungsakten aus den Jahren 2018 und 2019.Diese zeigen regen Kontakt, den Identitären-Funktionär Martin Sellner damals zu Mitarbeitern in freiheitlich geführten Ministerien pflegte. Verärgert über fehlende Unterstützung der FPÖ soll Sellner aber auch mit der Gründung einer eigenen Partei gedroht haben.„Wenn die Blauen kneifen …“Im Jahr 2018 lief gegen Sellner und andere Führungskader der rechtsextremen Gruppierung ein Gerichtsverfahren in Graz. „Die FPÖ sei entweder zu schwach oder habe kein Interesse daran, den Identitären zu helfen“, beklagte er sich laut dem Transkript einer Sprachnachricht beim FPÖ-Urgestein Heinrich Sickl.Der damalige Grazer Gemeinderat ist mit Sellner „freundschaftlich verbunden“, so bewerten es laut „Standard“ die Ermittler. Er war damals auch der Vermieter der Grazer Identitären-Zentrale. Man werde der FPÖ „noch einige Tage Zeit geben“, eine Petition für die Identitären zu unterschreiben, richtete Sellner aus. Dann drohte er: „Wenn die Blauen kneifen, müsse man wohl eine eigene Partei gründen.“Kontakte zu Kickls BüroleiterMit dem früheren Büroleiter des damaligen Innenministers Herbert Kickl (FPÖ), dem nunmehrigen FPÖ-Klubobmann in Niederösterreich, Reinhard Teufel, soll Sellner ebenfalls schon 2017 „per Du“ gewesen sein. Die Ermittler hätten dem Bericht zufolge nur wenige Nachrichten zwischen den beiden gefunden, weil sich ihre Chats automatisch löschten. Auf eine Anfrage des „Standard“ reagierten weder Sickl noch Teufel.