Urteil: Ägyptisches Mada-Masr-Portal muss schließen

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27.10.2026 19.51Online seit heute, 19.51 UhrEin Gericht in Ägypten hat heute die Schließung der unabhängigen Nachrichtenseite Mada Masr angeordnet. Diese gilt als eine der letzten Bastionen für kritischen Journalismus im Land.Das zuständige Gericht in Kairo befand Chefredakteurin Lina Attalah für schuldig darin, eine nicht registrierte Website zu betreiben, und verhängte eine Geldstrafe von umgerechnet rund 48.000 Euro. Das Gericht ordnete auch an, den Besitz von Mada Masr zu beschlagnahmen. Attalah kam nach dem Urteil in Gewahrsam der Sicherheitskräfte, wie die dpa auf Verweis von Angaben von Mada Masr berichtete.Erfolglos um Lizenz bemühtDie Pressefreiheit ist in Ägypten stark eingeschränkt. In der Rangliste der Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) belegt das nordafrikanische Land aktuell Platz 169 von 180. Der Organisation zufolge werden faktisch alle Medien vom ägyptischen Staat, den Sicherheitsbehörden oder einflussreichen Geschäftsleuten unter Aufsicht der Regierung kontrolliert. Wer sich dieser Zensur nicht unterwerfe, dessen Websites werden blockiert, so RSF.Auch die Seite Mada Masr, die Attalah 2013 zusammen mit Gleichgesinnten gründete, wurde 2017 wie Hunderte weitere Websites blockiert. Die Macher hinter der arabisch-englischen Onlinezeitung erklärten zuvor, sie hätten mehrfach erfolglos versucht, die erforderliche Lizenz beim zuständigen Rat für Medienregulierung zu beantragen.„Absolute Farce“Attalah und weitere Mada-Journalisten wurden in den vergangenen Jahren wiederholt festgenommen und befragt, unter dem Vorwurf, Falschnachrichten zu verbreiten und die nationale Sicherheit zu gefährden. RSF sprach von einer „ungeheuerlichen Entscheidung“, die sofort rückgängig gemacht werden müsse. Mai al-Sadani, eine Anwältin für Menschenrechte, bezeichnete das Gerichtsverfahren als „absolute Farce“.Diplomaten, Forscher und Wissenschaftler hätten sich auf die Berichte und Analysen der Nachrichtenseite verlassen. Die Organisation Amnesty International sprach von einem „erschütternden Rückschlag für die Pressefreiheit in Ägypten“. Zurück zur StartseiteORF.atNicht alle Bilder konnten vollständig geladen werden. Bitte schließen Sie die Druckvorschau bis alle Bilder geladen wurden und versuchen Sie es noch einmal.