30.10.2026 06.32Online seit heute, 6.32 UhrDer Stopp der Familienzusammenführung von Flüchtlingen ist quasi zu Ende. Doch jene Zahlen, die vom Innenministerium als Quotenplätze für diesen Titel vorgeschlagen werden, sind niedrig.Gemäß dem der APA vorliegenden Begutachtungsentwurf zur Niederlassungsverordnung sind sowohl heuer als auch kommendes Jahr 314 entsprechende Aufenthaltstitel vorgesehen. 2024 waren noch mehr als 6.000 Personen auf dem Weg nach Österreich gekommen.Vier Wochen Zeit für BegutachtungDie Bundesregierung hatte den Familiennachzug ab März 2015 mit dem Argument, dass Sozial- und Bildungssystem überlastet seien, ausgesetzt. Diese Regelung war Mitte des Jahres ausgelaufen, doch fehlte bisher jene Quote, über die nunmehr der Familiennachzug geregelt wird.Mit dem Begutachtungsentwurf für die Niederlassungsverordnung liegt jetzt einmal die Grundlage für die rechtlich nicht unumstrittene Kontingentierung vor. Vier Wochen haben u.a. die Bundesländer Zeit zur Stellungnahme.Meisten Quotenplätze für WienWas die Angehörigen von anerkannten Flüchtlingen (Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte) angeht, sind heuer mit 74 die meisten Plätze für Wien reserviert. In Bundesländern, wo die FPÖ mitregiert, sind es besonders wenige.Für Oberösterreich wurden 20 vorgesehen, für Salzburg 21, für Vorarlberg 22, für die Steiermark 23, für Niederösterreich immerhin 37. Zum Vergleich: in Österreichs kleinstem Bundesland Burgenland sind es 41.Regierung rechtfertigt KontingentierungInnenminister Gerhard Karner (ÖVP) sieht in der niedrigen Quote für den Familiennachzug von anerkannten Flüchtlingen einen Schutz wichtiger Systeme und gleichzeitig eine Maßnahme zur Bekämpfung der Jugendkriminalität.Für Staatssekretär Jörg Leichtfried (SPÖ) ist die Kontingentierung der Beleg, dass Sicherheit, Ordnung und Menschlichkeit zusammengehörten. NEOS-Asylsprecherin Sophie Wotschke argumentiert, dass Migration nur in einem Ausmaß stattfinden könne, in dem Integration auch tatsächlich gelinge.