Die Chefin versucht, Europa vor Le Pen zu retten | Süddeutsche Zeitung - Deutschland

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30. Oktober 2026Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, räumt vorzeitig ihren Posten. Sie werde ihr Amt zum 7. Februar 2027 aufgeben, teilte die EZB mit. Regulär wäre sie bis Oktober 2027 im Dienst geblieben. Europäische Kommentatoren fragen sich, welche Motive hinter dem verfrühten Rücktritt stecken könnten und wie es um die Regelung ihrer Nachfolge steht.Alle Zitate öffnen/schließen Naftemporiki (GR) / 30. Oktober 2026NaftemporikiLand des MediumsGriechenlandSprache des MediumsGriechischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweiseMontag bis SamstagVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtunglinksliberalVisits1.000.000 - 5.000.000Herausgeber/VerlagGiorgos MelissanidisOnline-BezahlmodellAlle Inhalte kostenfreiSie hinterlässt eine gestählte ZentralbankDas war eine erfolgreiche Amtszeit, findet Naftemporiki:„Die fotogene Christine lernte aus ihren anfänglichen Fehlern und war der Stabilitätsanker und Bezugspunkt, den die Eurozonenländer in einigen der schwierigsten Momente der jüngeren Geschichte brauchten: die Coronavirus-Pandemie, die Lieferkettenkrise, die durch den Krieg in der Ukraine ausgelöste Energiekrise und zuletzt der Krieg im Nahen Osten. Sie war zur Stelle, als die nationalen Regierungen und Brüssel kein Gegenmittel für die aufeinanderfolgenden Krisen fanden oder sich nicht auf eine gemeinsame Haushaltspolitik einigen konnten. Sie hinterlässt eine starke Zentralbank und einen starken Euro, der auf das digitale Zeitalter zusteuert.“Athanasios Adamopoulos  Zum Originalartikel Süddeutsche Zeitung (DE) / 29. Oktober 2026Süddeutsche ZeitungLand des MediumsDeutschlandSprache des MediumsDeutschArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisemehrmals wöchentlichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtunglinksliberalAuflage284.503 (2022)Visits50.000.000 – 100.000.000Herausgeber/VerlagSüddeutsche Zeitung GmbHOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigDie Chefin versucht, Europa vor Le Pen zu rettenLagarde hat der EU einen großen Dienst erwiesen, lobt die Süddeutsche Zeitung:„Mit ihrem Rücktritt als Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) sorgt sie dafür, dass ihre Nachfolge noch vor der französischen Präsidentschaftswahl im Frühjahr entschieden werden muss. Es obliegt also Emmanuel Macron, mitzubestimmen, wer künftig die europäische Geldpolitik verantwortet. Lagarde verhindert so, dass eine womöglich rechtsextreme französische Präsidentin bei der Besetzung dieser Schlüsselposition mitspricht. Sie versucht mit ihrem Rücktritt, Europa vor Marine Le Pen zu retten.“Alexander Mühlauer  Zum Originalartikel Corriere della Sera (IT) / 30. Oktober 2026Corriere della SeraLand des MediumsItalienSprache des MediumsItalienischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische Ausrichtungliberal-konservativAuflage208.000(2023)Herausgeber/VerlagRcs Mediagroup S.p.AOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigEine beispiellose FluktuationCorriere della Sera analysiert:„Lagarde muss erkannt haben, dass sich zwischen den Staats- und Regierungschefs von Paris und Berlin eine Einigung über die für die Strukturen der Europäischen Union entscheidenden Ernennungen abzeichnet. Es muss nicht nur innerhalb von 45 Tagen ein EZB-Präsident gewählt werden; zusammen mit ihm (oder ihr) muss ein Chefökonom gefunden werden, der ab Mai sein Amt antritt, sowie die Person, die die Marktoperationen der Zentralbank koordinieren wird und deren Amtsantritt sofort erfolgt. Eine beispiellose Fluktuation. ... Die drei einflussreichsten Mitglieder des sechsköpfigen Vorstands, der von Frankfurt aus die zweitwichtigste öffentliche Finanzinstitution der Welt leitet, wechseln.“Federico Fubini  Zum Originalartikel Frankfurter Allgemeine Zeitung (DE) / 29. Oktober 2026Frankfurter Allgemeine ZeitungLand des MediumsDeutschlandSprache des MediumsDeutschArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisemehrmals wöchentlichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtungkonservativAuflage190.364 (2022)Visits50.000.000 – 100.000.000Herausgeber/VerlagFrankfurter AllgemeineZeitung GmbHOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigUnabhängiger Geist vonnötenDie Frankfurter Allgemeine Zeitung hofft, dass der Nachfolger für einen klaren Stabilitätskurs steht:„Die hoch verschuldeten Staaten Europas, allen voran Frankreich, müssen ihre Haushaltsprobleme selbst lösen; die Notenbank kann und darf ihnen das nicht abnehmen. Es braucht einen EZB-Präsidenten, der für eine solche Linie steht und dem man zudem zutraut, womöglich in einem Europa mit mehr Einfluss rechtspopulistischer Parteien den Kurs zu halten. ... Die Politik sollte keinen Nachfolger aussuchen, mit dem sie es bequem hat. Die tolle Leistung des früheren amerikanischen Notenbankchefs Jerome Powell war es, allen Anfeindungen von Präsident Donald Trump ganz trocken seine Notenbank-Regeln entgegenzusetzen. Einen solch unabhängigen Geist braucht es jetzt auch für die EZB.“Christian Siedenbiedel  Zum Originalartikel Les Echos (FR) / 29. Oktober 2026Les EchosLand des MediumsFrankreichSprache des MediumsFranzösischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtungliberalAuflage140.000 (2022)Visits10.000.000 – 20.000.000Herausgeber/VerlagLes Echos SASOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigParis muss sichtbar bleibenFrankreich muss innerhalb der EU seinen Einfluss sichern, drängt das Wirtschaftsblatt Les Echos:„Hätte sie auf ihrem Posten in Frankfurt bleiben sollen, den sie am 7. Februar verlässt, obwohl sich die finanzielle Lage Frankreichs, ihres Heimatlandes, verschlechtert und die EZB womöglich eines Tages in irgendeiner Form intervenieren muss? ... Das Argument kann auch umgedreht werden: Eine Französin wird immer verdächtig werden, Paris zu sehr unter die Arme greifen zu wollen. … Und nun? Paris muss aus seiner Unterstützung für Klaas Knot oder Pablo Hernández de Cos Profit schlagen – und das nicht nur durch den Erhalt eines der freien Posten, sei es der des Chefökonomen oder der des Finanzmarkt-Spezialisten. ... Gegenüber Deutschland ist es entscheidend, dass Frankreich in Europa sichtbar bleibt.“Dominique Seux  Zum Originalartikel El País (ES) / 30. Oktober 2026El PaísLand des MediumsSpanienSprache des MediumsSpanischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtunglinksliberalAuflage92.000 (2020)Herausgeber/VerlagPrisaOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigFrauenquote geht wahrscheinlich gegen NullEl País beklagt, dass wohl nur Männer im Vorstand der Zentralbank bleiben:„Lagardes Weggang löst eine Umgestaltung der Führungsspitze der EZB aus. Das ermöglicht es den Hauptstädten, sich noch vor Beginn eines Wahlzyklus, der den Kurs des Kontinents maßgeblich bestimmen wird, auf die Besetzung der wichtigsten Finanzinstitution der Eurozone zu einigen. ... Die ehemaligen Chefs der niederländischen Zentralbank, Klaas Knot, und der spanischen Zentralbank, Pablo Hernández de Cos, haben die besten Aussichten. ... Mit Lagarde scheidet auch Isabel Schnabel, Mitglied des EZB-Direktoriums, aus dem Amt. ... Damit wäre die EZB in ihren Führungspositionen, ebenso wie der Kreis der 21 Notenbankchefs des Euroraums, gänzlich ohne Frauen. ... Für eine europäische Institution ist dies inakzeptabel.“  Zum Originalartikel