Tirols früherer SPÖ-Landeshauptmannstellvertreter und Landesparteichef Georg Dornauer, mittlerweile freier Landtagsabgeordneter, will Anfang kommenden Jahres die Entscheidung bekanntgeben, ob er bei der Landtagswahl im Herbst 2027 mit einer eigenen Liste antreten wird oder nicht. Dies sagte Dornauer am Mittwoch zur APA. Seine Lust an Politik sei „nach wie vor ungebrochen“ und er bekomme laufend positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung mit der Bitte, anzutreten.Gleichzeitig betonte der im Oktober 2025 aus der SPÖ ausgeschlossene 43-Jährige: „Die Gründung einer politischen Gruppierung ist nicht die Gründung eines Kegelvereins.“ Dazu brauche es etwa „handfeste Unterstützer“ in allen Bezirken. Bevor er endgültig über eine mögliche Kandidatur entscheide und diese Entscheidung dann bekannt gebe, begibt sich der Tiroler Ex-SPÖ-Chef jedenfalls - nach Veranstaltungen in kleinerem Rahmen bisher - auf eine Art Tirol-Tour. „Tirol-Treffs“ nennen sich die Veranstaltungen, bei denen Dornauer das Ohr nah an der Bevölkerung haben will. In den kommenden Wochen soll es jede Woche zumindest eine solches Get-together geben - so etwa diesen Freitag in einem Café im Ötztal.„Komm vorbei. Red mit. Sag deine Meinung“, lud Dornauer auf seiner neuen Homepage zu den „Tirol-Treffs“ ein, die unter dem Slogan „Red ma über Tirol!“ laufen. Denn darüber, ob er kandidiere oder nicht, würden letztendlich die „Tirolerinnen und Tiroler entscheiden“.„Stillstand“ geortetMit der Arbeit der Landesregierung aus ÖVP und seinen früheren Parteifreunden von der SPÖ geht der frühere Sozialdemokrat jedenfalls hart ins Gericht. „Stillstand“ herrsche in Tirol, während gleichzeitig seine „politische Linie“ nicht nur im Bundesland, sondern auch darüber hinaus Anklang finde. Auf seiner Homepage geißelt Dornauer jedenfalls „erdrückende Lebenshaltungskosten“, „immer schwerer leistbaren Wohnraum“ und die „täglich rollende Verkehrslawine auf unseren Straßen“.Dornauer war wegen seines Landtagsantrags, 170 Millionen Euro an Übergewinnen des Landesenergieversorgers Tiwag als Sonderdividende an die Bevölkerung zurückzugeben, aus Partei und Fraktion ausgeschlossen worden. Die Landesparteispitze sah darin einen „Koalitionsbruch“ bzw. einen Bruch des Koalitionsvertrages. Im November 2024 hatte der Sellrainer wegen eines publik gewordenen, angeblichen Jagdausflugs mit Signa-Gründer René Benko als Parteichef und Landeshauptmannstellvertreter zurücktreten müssen.