Bei der als rassistischer Terroranschlag eingestuften Schussattacke bei Paris vom vergangenen Freitag mit einem Toten und sieben Verletzten hatte es der Tatverdächtige laut Ermittlern gezielt auf Muslime und Afrikaner abgesehen. Der 39-Jährige habe eingeräumt, vorsätzlich gehandelt und nach seinen Worten Personen „mit muslimischem oder afrikanischem, nordafrikanischem Aussehen“ ins Visier genommen zu haben, sagte Anti-Terrorstaatsanwalt Olivier Christen am Donnerstag.Den Anschlagsort Trappes habe er ausgewählt, weil die Stadt nach seinen Worten „eine Hochburg der Islamisten“ sei. Der Tatverdächtige habe bei seiner Vernehmung jegliche terroristische Absicht verneint und seine Tat als legitim betrachtet. Zwar habe er bestritten, Kinder töten zu wollen, und erklärt, er habe sich angesichts der Größe des 11-jährigen Opfers, das schwer verletzt wurde, möglicherweise geirrt. Er habe jedoch erklärt, keinerlei Reue zu empfinden. Gegen den Franzosen wird wegen Mordes und versuchten Mordes mit Terrorbezug und rassistischer Komponente ermittelt.Verdächtiger ist seit Jahren DrogenkonsumentAm Freitag vergangener Woche hatte ein Mann in den Gemeinden Trappes und La Verrière aus einem Auto heraus mit einer automatischen Waffe geschossen. Er wurde kurze Zeit später festgenommen. Präsident Emmanuel Macron verurteilte den Vorfall als „rassistischen Terroranschlag“.Wie der Anti-Terrorstaatsanwalt sagte, sei der Tatverdächtige seit vielen Jahren in psychischer Behandlung gewesen und habe seit seiner Jugendzeit in großem Umfang Drogen konsumiert. In seinem Blut seien nach der Tat Spuren von Kokain, Cannabis sowie von Medikamenten gegen Depressionen nachgewiesen worden. Bei einer Wohnungsdurchsuchung sei bei dem Verdächtigen neben Waffen und Waffenteilen auch ein Exemplar von Adolf Hitlers Buch „Mein Kampf“ entdeckt worden.