Verbot gekippt: Jugend soll sich dennoch an Social-Media-Maßnahmen beteiligen

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Der Entwurf für das ursprünglich ab 2027 geplante Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige in Österreich liegt vorerst auf Eis. Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) kündigte am Donnerstag allerdings neue Maßnahmen für 14- bis 25-Jährige zusammen mit der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) an. Dabei soll ein Beteiligungsprozess bis zum nächsten Sommer Vorschläge der Jugendlichen selbst miteinbeziehen.Bis Februar 2027 können junge Menschen zwischen 14 und 25 Jahren nun über eine Online-Plattform namens „YouthVOICE“ Vorschläge einbringen, wie Politik, Plattformen oder Schulen und Eltern für mehr Wohlbefinden mit den sozialen Medien sorgen könnten. Für das erste Halbjahr 2027 sind außerdem drei Jugendforen geplant, in Wien, Graz und Innsbruck. Im Juni 2027 will man die Ergebnisse an politische Entscheidungsträger übergeben.Nur bestimmte Handynutzung schlägt auf PsycheEine Grundlage für den Beteiligungsprozess ist eine neue GÖG-Analyse, derzufolge eine lange Nutzungsdauer von Smartphones nicht zwangsläufig schädlich ist. Ausschlaggebend sei, womit junge Menschen die Bildschirmzeit verbringen. Ein digitaler Austausch mit Freunden oder Communities könne sogar positive Wirkungen haben. Problematisch sei dagegen das berüchtigte Doomscrolling, die dauerhaft passive Nutzung des Internets, oft mit emotionalisierenden Inhalten, oder der Vergleich mit idealisierten Körperdarstellungen.Beim schlechten Umgang mit Social Media drohten etwa Depressionen, Schlafmangel oder sozialer Rückzug. Aktuell betrifft die problematische Nutzung laut GÖG rund zehn Prozent der Mädchen in Österreich und sieben Prozent der Burschen. Auch sagen 45 Prozent der 16- bis 25-Jährigen, „dass Social-Media-Inhalte ihnen das Gefühl vermitteln, den Körper verschönern zu müssen“, erklärt GÖG-Sprecherin Gerlinde Rohrauer-Näf. Für die GÖG-Analyse seien 145 wissenschaftliche Quellen ausgewertet worden.Das Hauptproblem sei „nicht die Nutzung von Social Media, sondern die Art und Weise, wie diese Plattformen aufgebaut sind“, so Moritz Mittermann, Vorsitzender der Bundesjugendvertretung. Mechanismen wie Likes oder Streaks seien vergleichbar mit Glücksspielreizen. Ein Ziel sei nun die Aufklärung von Jugendlichen mit Blick auf Social Media und psychosoziale Gesundheit. Anhand der Ergebnisse will die GÖG etwa Workshops veranstalten oder Botschafter für digitales Wohlbefinden etablieren.