Der für seine Display-Tablets bekannte Hersteller XP-Pen hat mit dem Magic Pro 13 zwar gerade erst sein neuestes High-End standalone Zeichentablet mit dediziertem Grafiktablet-Modus auf den Markt gebracht. Unser Fokus in diesem Beitrag liegt jedoch auf einem weit günstigeren Gerät vom gleichen Hersteller, das die Grenzen zwischen analogem und digitalem Notizbuch verschwimmen lässt.Die Idee analoge Notizen direkt mit Hilfe des iPhones zu digitalisieren ist keinesfalls neu. Für gewöhnlich genügt der Griff zu einer x-beliebigen Scanner App, mit der ihr eure Aufzeichnungen fotografiert und dann als PDF speichert. Dennoch ist dieser Weg mühselig und liefert nicht immer ein optimales Ergebnis. XP-Pen hatte sich dieser Problematik tatsächlich bereits vor 7 Jahren gewidmet und ein smartes Notizbuch namens Note Plus auf den Mark gebracht. Dieses hat in diesem Frühjahr ein kleines Hardware Update erhalten und wir hatten nun Gelegenheit die überarbeitete Version selber zu testen.Kein HerstellerzwangIm Lieferumfang des Note Plus sind neben dem zugehörigen Stift und einem Ladekabel bereits ein Notizbuch mit 50 Seiten sowie 6 Ersatzminen für den Kugelschreiber enthalten. XP-Pen verkauft zusätzliche Notizbücher im Fünferpack für weitere 12,99 Euro, wobei ihr auch jedes andere A5 Softcover Notizbuch mit einer Dicke von bis zu 8 mm verwenden könnt. Auch bei den Kugelschreiberminen handelt es sich um handelsübliche D1-Minen, ihr seid also beim Verbrauchsmaterial nicht von nur einem Hersteller abhängig. Bei dem Note Plus handelt es sich somit im Prinzip um eine Schutzhülle für gewöhnliche A5 Notizbücher, in die ein EMR Stift-Tablet integriert wurde. Durch die Verwendung eines speziellen Kugelschreibers, der gleichzeitig als Stylus dient, kann das Note Plus eure Handschrift durch das Papier hindurch erfassen. Das Notizbuch kann eure Striche sowohl in Echtzeit auf ein via Bluetooth verbundenes Smartphone übertragen, wie auch „offline“ bis zu 50 Seiten speichern. Bei der Offline-Nutzung erfolgt die Synchronisierung auf euer Smartphone, sobald ihr das nächste mal auf die zugehörige iPhone App zugreift.Der umständliche Schritt der manuellen Digitalisierung eurer Notizen und Zeichnungen fällt beim Note Plus also weg. Weiterhin müsst ihr euch auch keine Gedanken über langwieriges Freistellen oder das Entfernen von Linien bei liniertem oder kariertem Papier machen. Denn das Notizbuch erfasst wirklich nur das, was ihr mit dem mitgelieferten Stift geschrieben habt.Theorie versus PraxisDas wirkt natürlich vor allen Dingen für Zeichner und Illustratoren interessant. Dadurch, dass ausschließlich die Linien erfasst werden, die mit dem Stylus gezeichnet wurden, könnt ihr zuerst eine Skizze mit einem Bleistift anfertigen und im Anschluss mit dem Kugelschreiber euer Line-Art ziehen. Digitalisiert wird dann nur das saubere Line-Art, das ihr im Anschluss nicht mehr mühselig bereinigen oder freistellen braucht. So zumindest in der Theorie.In der Praxis zeigen sich jedoch zwei Probleme. Zuerst einmal wird das Notizbuch lediglich mit dem Buchrücken in die Hülle geschoben, womit die einzelnen Seiten folglich nicht weiter eingespannt und fixiert werden. Wenn ihr beim Zeichnen das Papier stark hin und her schiebt, kann es zu einem leichten Linienversatz kommen. Das liegt jedoch in der Natur der Sache, ein Stück Papier ist nunmal kein starres Display aus Glas.Viel ärgerlicher ist jedoch, dass die Hardware zwar mit einer beworbenen Auflösung von 5080 LPI (Lines Per Inch) beim integrierten Tablet und 8192 Druckstufen beim Stift mit beeindruckenden Kennzahlen aufwarten kann. Doch dieses Potenzial des Note Plus wird merklich durch die zugehörige Software ausgebremst. Und das wäre schlichtweg vermeidbar gewesen.Luft nach obenSo ist zuerst einmal die Bedienung der NotePlusX App extrem sperrig. Gelegentlich frieren Menüpunkte kurzzeitig ein oder die Anwendung ignoriert mehrfach die Änderung von Stiftart und Farbe. Bis es plötzlich wieder funktioniert, ohne das wir bewusst etwas an unserer Bedienungsweise geändert hätten. Noch ärgerlicher als die holprige Bedienung sind jedoch die technischen Einschränkungen. So spielt die NotePlusX App leider keine Vektordatei aus und rastert alles, was ihr schreibt oder zeichnet, gnadenlos auf einer Arbeitsfläche von 1050 x 1530 Pixeln.Diese Auflösung genügt natürlich immer noch vollkommen für handschriftliche Notizen, Erinnerungen, Einkaufslisten oder auch Mitschriften in der Vorlesung. Auch einfache Skizzen lassen sich mit dem Note Plus anfertigen. Sobald der künstlerische Anspruch steigt oder das Notizbuch gar für professionelle Aufgaben genutzt werden soll, machen sich der Linienversatz und die begrenzte Auflösung jedoch negativ bemerkbar.Leider lässt sich die aktuelle Version des Note Plus auch nicht mehr mit der alten Companion App nutzen, die sowohl den Export in höheren Auflösungen erlaubte, wie auch zusätzlich noch eine präzise und ausgesprochen nützliche Handschrifterkennung mitbrachte. Wir haben entsprechend beim Hersteller nachgefragt, dessen Produktteam die Probleme mit der neuen App eingeräumt hat und uns versprach, dass die Anwendung noch optimiert werden soll.Nur 80 EuroUnterm Strich ist das Note Plus dennoch kein schlechtes Gerät und es bleibt ein spannendes Stück Technik zu einem sehr moderaten Preis. Dennoch fällt es uns schwer eine pauschale Kaufempfehlung auszusprechen, da mit der weggefallenen Handschrifterkennung und der begrenzten Auflösung zumindest aktuell noch Funktionen fehlen, die es früher einmal gab.Wenn ihr am liebsten zu Stift und Papier greift, aber eure Notizen gerne unkompliziert teilen oder digital archivieren wollt, bleibt das Note Plus ein tolles Werkzeug um den Schritt der Digitalisierung eurer handschriftlichen Notizen zu beschleunigen. Wenn mit einem Update die Handschrifterkennung wieder nachgereicht wird und an der Limitierung der Auflösung geschraubt wird, wird das Note Plus seinem Anspruch als wirklich smartes Notizbuch auch wieder vollumfänglich gerecht.Wenn ihr hingegen gerne traditionell zeichnet und das Note Plus als Skizzenbuch nutzen wollt, erwartet zumindest keine Wunder. Neben der niedrigen Auflösung sorgt der Linienversatz durch das weiche Papier dafür, dass ihr generell nicht zu detailverliebt arbeiten solltet. Es handelt sich beim Note Plus eher um ein Notizbuch als ein Sketchbook. Dennoch lassen sich mit damit durchaus schlichtere Zeichnungen und Skizzen anfertigen. Betty war so nett für unseren Beitrag einige etwas reduziertere Illustrationen zu zeichnen, damit ihr sehen könnt, was trotz der sowohl softwarebedingten wie auch schlichtweg physikalischen Einschränkungen möglich ist.Sollte euch das Note Plus trotz der noch ausbaufähigen iPhone App reizen, könnt ihr unter Verwendung des Gutscheincodes „ifunXPPen20“ aktuell 20 Prozent auf den Listenpreis sparen. Damit kostet das smarte Notizbuch lediglich 79,99 Euro, womit das Gadget zumindest kein besonders tiefes Loch in eure Geldbörse reißt. Und keine Sorge, wir haben keine Affiliate-Links zum Shop von XP-Pen und verdienen auch keinen Cent mit, wenn ihr den Code im Einkaufswagen eintragt. XP-Pen hat uns den Rabattcode in ihrer Antwort mitgegeben und entsprechend sahen wir keinen Grund ihn nicht mit euch zu teilen.NotePlusX (Kostenlos, App Store) →★ iPhone-Ticker bei Google bevorzugen ★Der Beitrag XP-Pen Note Plus: Smartes Notizbuch ausprobiert Wurde zuerst auf iphone-ticker.de veröffentlicht.