Madrid: Polizei räumt Protestcamp gegen Wohnungsnot

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Die Polizei hat das Ende September wegen der Wohnungsnot in Spanien errichtete Protestcamp in Madrid geräumt. 334 Menschen hätten den zentralen Platz Puerta del Sol verlassen, teilte die Vertretung der spanischen Regierung in Madrid am Dienstag mit. Es habe zwei Festnahmen gegeben. Der Einsatz sei ohne Zwischenfälle oder Gewalt beendet worden. Die Organisatoren des Protestcamps sprachen hingegen von einem „gewaltsamen Polizeieinsatz“.Mehrere Menschen hätten durch Schläge oder den Einsatz von Tränengas Verletzungen erlitten, erklärten sie im Onlinedienst Telegram. Die Räumung des Lagers fand in der Nacht zum Dienstag statt. Am Dienstagmorgen war der Platz Puerta del Sol abgesperrt und es liefen Aufräumarbeiten, wie AFP-Journalisten berichteten.Seit Jahren Wohungskrise in SpanienDas Zeltlager im Zentrum der spanischen Hauptstadt war am 26. September im Anschluss an eine Großdemonstration mit zehntausenden Teilnehmern errichtet worden. Die Proteste waren durch die Zwangsräumung der Wohnung der 87-jährigen Maricarmen Abascal entfacht worden. Die Pensionistin, die seit mehr als sieben Jahrzehnten in ihrer Madrider Wohnung gelebt hatte, musste wegen Erschöpfung im Krankenhaus behandelt werden. Anfang Oktober starb sie.Die Wohnungskrise ist seit Jahren eines der drängendsten sozialen Probleme in Spanien. Der Streit um die von der Regierung vorgeschlagenen Maßnahmen für mehr Mieterschutz führte dazu, dass Ministerpräsident Pedro Sánchez Neuwahlen für den 29. November ausgerufen hat.