Gen-Z-Demos: Auf friedlichen Protest folgten Plünderungen und Krawalle

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Zu friedlichem Protest – „ohne Ausnahme“ – hatte die Jugendorganisation „Gen Z regelt“ für Samstag ausgerufen. In 34 deutschen Städten waren Kundgebungen angekündigt. Gefordert wurden unter anderem mehr Geld für Bildung, soziale Gerechtigkeit, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten und konsequenter Klimaschutz. Auf der Website der neugegründeten Initiative, die sich für die Belange der „Generation Z“ (Jahrgänge 1997–2010) einsetzt, hatten sich bis zum Start um 14 Uhr mehr als 180.000 Menschen angemeldet.Die meisten Demonstrationen verliefen am Samstagnachmittag weitgehend friedlich. Am Abend spitzte sich die Lage in einigen Städten aber zu. In Frankfurt am Main griffen Randalierer Polizisten an und plünderten Geschäfte in der Innenstadt. Nach Polizeiangaben wurden 17 Geschäfte beschädigt und fünf geplündert. Mehr als 1.000 Polizisten waren laut Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) im Einsatz, mehr als 100 wurden verletzt. Ein Polizist soll mehrere Zähne verloren haben, als er von einem Stein im Gesicht getroffen wurde.Die Polizei – auch das Spezialeinsatzkommando war im Einsatz – sperrte ein Gebiet in der Innenstadt ab; 54 Menschen wurden im Zuge der Ausschreitungen festgenommen. Die Polizei blieb die gesamte Nacht in der Innenstadt präsent; bis zum frühen Morgen hat sich die Lage jedoch beruhigt. Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) zeigte sich schockiert „von den Gewaltexzessen in Frankfurt“, „die nicht ohne Konsequenzen bleiben werden“, wie er der Deutschen Presse-Agentur sagte.Auch Chaos in KölnEin zweiter Chaos-Hotspot war Köln, wo der Demozug abgebrochen wurde, nachdem Molotowcocktails und Nothämmer sichergestellt worden waren. Der Kölner Polizeipräsident Johannes Hermanns zeigte sich sicher, „dass wir heute am späten Nachmittag verhindert haben, dass aus Köln Bilder live gesendet werden, die an Paris und Mailand erinnern“.Auf der Domplatte in der Nähe des Hauptbahnhofs wurden Polizisten angegriffen. Nach Polizeiangaben gab es fünf Ingewahrsamnahmen. Laut einer Kölner Polizeisprecherin sind die Vorfälle jedoch eher dem Halloween-Geschehen als dem Nachklang der „Gen Z“-Proteste zuzuordnen.Dobrindt: „Gewaltbereite linke Gruppen und Chaoten aus dem migrantischen Milieu“Journalisten berichteten, dass sich Extremisten gezielt unter die Demonstrationszüge gemischt hätten. Der deutsche Innenminister Alexander Dobrindt verurteilte die Ausschreitungen. „Gewaltbereite linke Gruppen und Chaoten aus dem migrantischen Milieu“ hätten die friedlichen Demonstrationen vom Nachmittag gekapert, so der CSU-Politiker zur Bild. Die Randalierer und Plünderer seien identifiziert und würden zur Rechenschaft gezogen. Er bedankte sich bei der Polizei: „Gewaltexzesse wie in Paris wurden dank unserer hoch engagierten Polizeikräfte verhindert.“Die Initiative „Gen Z regelt“ zog vor den Gewalteskapaden insgesamt eine positive Bilanz. Laut Website nahmen 120.000 Menschen an den Demos teil. „Was nach dem Ende der Kundgebungen passiert ist, darauf hatten wir keinen Einfluss“, so ein Sprecher. In Zukunft sind weitere deutschlandweite Aktionen geplant. Auch an den europaweiten Protesten am 20. November wolle man sich beteiligen. „Das war erst der Anfang“, heißt es auf der Website. Bildungsministerin Karin Prien (CDU) will nun Inhalte aufgreifen: „Die Anliegen der Jugendlichen sind berechtigt und überaus relevant.“