2.000 US-Dollar Mehrkosten hat Donald Trumps Krieg gegen das Mullah-Regime im Iran den durchschnittlichen US-Bürger seit Ende Februar gekostet. Auf diese Summe kommt das Analyseinstitut Moody’s Analytics, errechnet aus den hohen Benzinpreisen, den höheren Zinsen, mit denen die Fed auf die Inflation reagiert hat, und den Militärausgaben des Pentagons, die der Steuerzahler bezahlt. Geschätzt liegen die Gesamtkosten des Krieges für die US-Verbraucher bei bisher rund 265 Milliarden US-Dollar.2.000 US-Dollar, eine Summe, die für viele US-Amerikaner wahlentscheidend ist bei den heutigen Midterms. In den Augen des reichsten Mannes der Welt und ersten Billionärs der Geschichte, X-Chef Elon Musk, sind das weniger als Peanuts. Und kein Grund, den Kurs von Trump nicht weiter zu unterstützen. Niemand anderer hat jemals in einem Wahlkampf so viel Geld gespendet wie er: Bis Ende Oktober hat Musk mindestens 440 Millionen US-Dollar gespendet, die genaue Summe wird erst nach den Wahlen bekannt werden. Für Musk sind das gerade mal 0,05 Prozent seines Vermögens; gleichzeitig ist es weitaus mehr als jene Summe, die Musk zur Präsidentenwahl vor zwei Jahren an Trump gespendet hatte (mehr als 250 Millionen Dollar). Überhaupt flossen bei keinen Wahlen jemals so viele Spendengelder wie diesmal.Großspender spenden lieber an RepublikanerDie gemeinnützige Organisation Open Secrets schätzt die Gesamtsumme der Wahlkampffinanzierung auf fast 12 Milliarden Dollar, 30 Prozent mehr als die Ausgaben bei den letzten Zwischenwahlen im Jahr 2022 und in etwa das, was 2025 die umstrittene Immigrationsbehörde ICE gekostet hat. Die Bundesbehörde zur Regulierung der Wahlkampffinanzierung erfasste Mitte Oktober etwas mehr als 9,5 Milliarden Dollar.Auffallend ist die Diskrepanz zwischen Großspenden an die Republikaner und die Demokraten: Heuer spendeten die 40 größten Spender dreimal so viel an die Republikaner wie an die Demokraten. In dieses Verhältnis fügen sich auch Musk und der größte Geldgeber der Demokraten, der jüdisch-ungarisch-US-amerikanische Finanzier George Soros. Er kommt mit den Spenden seiner Söhne und Organisationen auf mehr als 103,3 Millionen US-Dollar.Die Regeln, wie viel Geld direkt an Kandidaten gespendet werden darf, sind bekanntlich streng; mehr als die Hälfte der Summe ging deswegen an sogenannte Super PACs: politische Aktionskomitees, die unbegrenzt Spenden annehmen dürfen und das Geld indirekt zur Unterstützung von Kandidaten verwenden. Die britische BBC zitiert Michael Beckel, einen US-amerikanischen Experten für Wahlkampffinanzierung: Diesem zufolge floss heuer mehr Geld von den wohlhabendsten Einzelspendern statt von Organisationen.Musks Kampf für TexasMusk ist das beste Beispiel: Der Großteil seiner Spendensumme ging in ein von ihm gegründetes Super PAC namens „America PAC“, gefolgt vom offiziellen Fonds der Republikaner. Vor allem den Bundesstaat Texas will Musk nicht in den Händen der Demokraten sehen: Hier haben seine Firmen Tesla, SpaceX und X seit ein paar Jahren ihre Hauptquartiere, die staatlichen Einschränkungen sind gering, es gibt keine Einkommenssteuer und keine Körperschaftssteuer. Doch nun könnte erstmals seit über 30 Jahren ein Demokrat den Bundesstaat drehen.Die über 150 Millionen US-Dollar, die Musk an den Dach-Fonds der Republikaner spendete, flossen ohne Abstriche weiter an den texanischen Fonds, der den Wahlkampf des republikanischen Kandidaten Ken Paxton unterstützte. Etwa für Werbespots, die Paxton als „harten Generalstaatsanwalt“ lobten, oder in Social-Media-Kampagnen gegen seinen demokratischen Gegenkandidaten, James Talarico. Dieser konterte ausgerechnet auf X: Es könne etwas mit dem politischen System nicht stimmen, wenn es „einem Billionär erlaubt, sich seinen persönlichen US-Senator zu kaufen“.Mit Abstand hinter Musk folgen die Uihleins, Gründer des US-Verpackungsunternehmens Uline und Erben des Schlitz-Brauereivermögens. Sie sind seit jeher Unterstützer des konservativen Flügels der Republikaner und Trumps: Seit Trumps erstem Wahlkampf 2016 soll Richard Uihlein über 338 Millionen US-Dollar an republikanische Super PACs gespendet haben, allein im Wahlkampf vor den Midterms sollen es 147 Millionen gewesen sein. Milliardär Jeff Yass, US-Unternehmer und Teil des libertären Flügels der Republikaner, spendete 109,5 Millionen Dollar, gefolgt von den Tech-Investoren Marc Andreessen und Ben Horowitz (92,2 Millionen Dollar). Auch der OpenAI-Chef Greg Brockman überwies zweistellige Millionenbeträge an ein Super PAC, der gegen zu strenge KI-Regulierungen kämpft.Einflussreiche Tech-BrancheWas auffällt: Nicht nur die Summen der Großspender nehmen zu, auch der Anteil von Großspendern aus der Tech-Branche wächst rasant. Sie unterstützen bevorzugt jene Kandidaten, die sich gegen KI-Regulierungen oder für die Förderung der Kryptoindustrie aussprechen – vor einigen Jahren waren darunter noch viele Demokraten. Mit ihren finanziellen Ressourcen verdrängen diese Tech-Milliardäre immer mehr Geldgeber, die die Spendenliste lange dominierten, wie Finanzmanager oder Immobilienmogule.Was politische Beobachter zu einer Warnung veranlasst: Es ist für Politiker einfacher denn je, sich bei ihrer Wahlkampffinanzierung auf einen einzigen, superreichen Großspender zu verlassen.