Fan-Fiction-Archiv AO3 ist offline: Leser fürchten „Apokalypse“

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02.11.2026 13.01Online seit heute, 13.01 UhrCaptain Kirk mit Mister Spock, Batman mit Superman: Offiziell wäre so manche Liebesbeziehung dieser fiktiven Charaktere tabu, im Archive of Our Own (AO3), der größten Fan-Fiction-Seite weltweit, kann all das und noch viel mehr aber nachgelesen – und selbst geschrieben – werden.Wegen einer schwerwiegenden Sicherheitslücke ist die Seite nach eigenen Angaben seit ein paar Tagen und vermutlich für die kommenden Wochen jedoch nicht zugänglich. In einem Posting von gestern hieß es, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass Nutzerdaten gestohlen wurden.Über 19 Millionen WerkeDass die Seite offline ist, sorgte bei manchen der Millionen Leserinnen und Leser für Panik und Fassungslosigkeit, wie etwa die „New York Times“ („NYT“) schrieb. Auf AO3 veröffentlichten die schreibenden Mitglieder bisher knapp 19 Millionen Werke aus 83.000 Fan-Communitys, inspiriert von Literatur, Filmen und sogar Mitgliedern von K-Pop-Bands. Nicht alle Werke sind jugendfrei.Neue Texte erscheinen oft im Wochentakt, die Leserschaft ist oft ungeduldig, wenn es zu Verspätungen kommt. Mittlerweile wurden sogar „Survival Guides“ für die „Apokalypse“ verfasst, wie es in einem „Wired“-Artikel heißt. In Google-Dokumenten werden heruntergeladene Geschichten geteilt – fein säuberlich sortiert nach „Pairings“, also der jeweiligen geschilderten Liebesbeziehung.Harvard-Professorin: Nehmen Fan-Fiction „ernst“Rebecca Tushnet, Mitbegründerin der Non-Profit-Organisation hinter AO3 und Jusprofessorin an der Harvard-Universität, sagte der „NYT“, die lange Wartungsphase solle sicherstellen, dass man „nichts übersehen“ habe. „Uns ist bewusst, dass Fan-Fiction im Leben der Fans eine große Rolle spielt“, so Tushnet, „und das nehmen wir ernst.“Wayback-Machine-Direktor: Ausfall „fast beispiellos“Der AO3-Ausfall hat auch Auswirkungen auf andere Seiten: Mark Graham, Direktor des Internetarchivs Wayback Machine, sagte der „NYT“, die Website sei derzeit besonders „stark belastet“, weil viele Fans auf archivierte Geschichten zugreifen würden. Ein Ausfall dieser Dauer sei „fast beispiellos“, so Graham.