02.11.2026 13.56Online seit heute, 13.56 UhrRussland ist offiziell aus der europäischen Anti-Folter-Konvention ausgetreten. Nach Angaben des Europarats endet damit jegliche unabhängige Überwachung russischer Gefängnisse. Das Anti-Folter-Komitee der Organisation in Straßburg kann nun nicht mehr überprüfen, wie es um den Umgang mit Gefangenen in Russland steht.Bereits im vergangenen Jahr hatte Moskau angekündigt, die Konvention verlassen zu wollen. Der Austritt wurde nun wirksam.Veröffentlichung von Berichten verhindertZwar gehörte Russland der Konvention seit Ende der 1990er Jahre an, doch Bürgerrechtler haben immer beklagt, dass in russischen Polizeistationen und Haftanstalten Folter und entwürdigende Behandlung weit verbreitet sind. Auch ein Großteil der ukrainischen Kriegsgefangenen, die freigetauscht wurden, berichteten von Folter in Russland.Das Anti-Folter-Komitee besuchte in der Zeit zwischen 1998 und 2021 bei 30 Reisen 450 Internierungsorte. Als einziges Land habe Russland es aber nahezu nie erlaubt, dass die Berichte über die Besuche im Anschluss veröffentlicht wurden – lediglich von vier Besuchen publizierte das Gremium Berichte.Aus Europarat ausgeschlossenNach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine habe das Komitee mehrfach Berichte über Folter und Misshandlung in Russland und russisch besetzten Gebieten in der Ukraine erhalten. Moskau habe aber keinen weiteren Besuch des Gremiums erlaubt.Wegen des Ukraine-Krieges wurde Russland 2022 aus dem Europarat ausgeschlossen. Moskau begründete den Ausstieg aus der Konvention damit, dass es nicht mehr im Anti-Folter-Komitee mitwirken könne.