03.11.2026 17.29Online seit heute, 17.29 UhrIn Tschechien hat heute ein eintägiger Streik der Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehens (CT) und des öffentlich-rechtlichen Tschechischen Rundfunks (CRo) stattgefunden.Die Angestellten protestieren gegen die geplante Abschaffung der Rundfunkgebühren und deren Ersetzung durch eine direkte Finanzierung aus dem Budget. Sie sehen darin eine Bedrohung der Unabhängigkeit beider Medien.Die Nachrichtensprecher von CT trugen schwarze Kleidung und lasen Meldungen vom Papier ab. Im Hintergrund war lediglich der abgedunkelte Nachrichtenraum zu sehen. Jede Stunde verlasen die Redakteure die Streikankündigung, im Anschluss wurden Sendungen aus dem Fernseharchiv ausgestrahlt. Auch das Programm von CRo wurde angepasst.Tausende gehen auf die StraßeDie streikenden Mitarbeiter von CT und CRo riefen außerdem die Öffentlichkeit zu Protestkundgebungen in einigen Städten auf. In der Innenstadt von Prag nahmen am Nachmittag Tausende Menschen an einer Kundgebung teil.Demonstrationen gab es auch in Brünn (Brno), Ostrava und weiteren Städten. Zudem solidarisierten sich die Studierenden mehrerer Hochschulen mit den Radio- und Fernsehmachern.Babis verteidigt GebührenabschaffungDer Regierungschef Andrej Babis wies die Gründe für den Streik zurück. Seinen Angaben zufolge gehe es ihm nicht darum, die Unabhängigkeit der öffentlich-rechtlichen Medien einzuschränken. Er wolle die Gebühren abschaffen, um Geldvergeudung zu vermeiden.Die Regierungsparteien haben die entsprechende Gesetzesnovelle in erster Lesung im Abgeordnetenhaus nach einer stürmischen Debatte gebilligt. Weitere Debatten soll es im Jänner geben.