02. September 2026Die Bundesregierung macht Russland für den versuchten Drohnenanschlag auf den Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich. Die Erkenntnisse der Sicherheitsbehörden zeigten klar eine "russische Involvierung", sagte Außenminister Johann Wadephul und kündigte weitere Sanktionen an, darunter die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn und die Kündigung des Russischen Hauses in Berlin. Man befinde sich nicht im Krieg mit Russland, sei aber "Kriegsziel". Was folgt aus dieser Erkenntnis?Alle Zitate öffnen/schließen Frankfurter Rundschau (DE) / 01. September 2026Frankfurter RundschauLand des MediumsDeutschlandSprache des MediumsDeutschArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweiseMontag bis SamstagVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtunglinksliberalAuflage128.845 (2022)Visits50.000.000 – 100.000.000Herausgeber/VerlagFrankfurter Rundschau GmbHOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigEuropa muss noch einen Schritt weiter gehenEine Reaktion auf die russischen Attacken war überfällig, befindet die Frankfurter Rundschau:„Es ist zusätzlich auch ein Signal an die Bürgerinnen und Bürger der EU, die russische Bedrohung ernster zu nehmen und nicht nur als einen fernen Krieg gegen die Ukraine wahrzunehmen. Die Sanktionen alleine reichen nicht. Deutschland und dessen Partner werden noch mehr als bisher erledigen müssen, um die Folgen des russischen hybriden Kriegs einzudämmen, zu dem auch Sabotage und Desinformationskampagnen gehören. ... Die EU sollte noch einen weiteren Schritt gehen. Spanien und Griechenland sollten ihre Munition der Raketenabwehr vom System Patriot der Ukraine überlassen, damit sich das überfallene Land wieder besser gegen russische Angriffe schützen kann.“Andreas Schwarzkopf Zum Originalartikel Tages-Anzeiger (CH) / 01. September 2026Tages-AnzeigerLand des MediumsSchweizSprache des MediumsDeutschArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweiseMontag bis SamstagVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtunglinksliberalAuflage103.000 (2023)Visits20.000.000 – 30.000.000Herausgeber/VerlagTX Group AGOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigBesonnene Reaktion BerlinsDer Tages-Anzeiger lobt die Reaktion:„Das ist ein moderates Signal an Putin, ein verhaltenes gar, weil Berlin darauf verzichtet hat, die Nato einzuschalten. Doch es ist auch eine besonnene Reaktion, denn damit steht dieses Mittel der Eskalation dem deutschen Kanzler Friedrich Merz weiterhin zur Verfügung: Zunächst Artikel 4, der Konsultationen im Verteidigungsbündnis vorsieht, wenn 'die Unversehrtheit oder die Sicherheit' eines Alliierten bedroht ist. Stellt der russische Bully seine Provokationen dann immer noch nicht ein, könnte die Nato Artikel 5 aktivieren, den Bündnisfall – bis zum Krieg in Europa wäre es dann nicht mehr weit. Rational gesehen kann Putin kein Interesse haben, dass es so weit kommt. Aber besonders rational agiert dieser Kriegsherr schon länger nicht mehr.“Christof Münger Zum Originalartikel De Standaard (BE) / 02. September 2026De StandaardLand des MediumsBelgienSprache des MediumsNiederländischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietregionalPolitische Ausrichtungliberal-konservativAuflage111.500(2021)Visits500.000 – 1.000.000Herausgeber/VerlagMediahuisOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigNun fällt der letzte Puffer wegDie Zeit rein diplomatischer Antworten ist leider vorbei, konstatiert De Standaard:„Deutschland und seinen Nato-Verbündeten muss nun alles dran gelegen sein, sich der Logik zu entziehen, nach der Kriegshandlungen die einzig mögliche Gegenmaßnahme sind. Vielleicht bietet das Konzept der 'hybriden Verteidigung und Abschreckung' noch eine Zeit lang Aufschub, mit einer Kombination aus diplomatischen und wirtschaftlichen Sanktionen und dem beschleunigten Ausbau der eigenen Verteidigung. Doch das bisschen Diplomatie, das sich zaghaft gehalten hatte, wird dadurch kaputt gemacht. Die Positionen verhärten sich unweigerlich. Es gibt keinen Puffer mehr, um nicht zu reagieren.“Karel Verhoeven Zum Originalartikel Sergej Aslanjan (RU) / 01. September 2026Sergej AslanjanLand des MediumsRusslandSprache des MediumsRussischBürokraten zu überstürzten Maßnahmen provoziertJournalist Sergej Aslanjan macht sich auf Facebook über die Reaktion lustig:„Russland hat hinterhältig gehandelt, obwohl es weiß, dass die Bundeswehr nachts nicht online ist und nur während der Arbeitszeit von 8 bis 17 Uhr, bei Tageslicht und mit einer Mittagspause Krieg führt. Militärische Aktionen Russlands auf deutschem Territorium stören den Arbeitsablauf des Bundeskanzlers, bringen die Arbeit seines Stabs durcheinander und verhindern eine wohlüberlegte Reaktion, wodurch die Regierung zu übereilten Maßnahmen provoziert wird, was sich erheblich auf die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands auswirkt, den Soldaten der Bundeswehr ihre garantierten Vergünstigungen vorenthält, den Arbeitsablauf stört und die Kampfausbildung erschwert.“Sergej Aslanjan Zum Originalartikel Adevărul (RO) / 01. September 2026AdevărulLand des MediumsRumänienSprache des MediumsRumänischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisemehrmals wöchentlichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische Ausrichtungliberal-konservativAuflage4.995 (2022)Visits10.000.000 – 20.000.000Herausgeber/VerlagAdevărul HoldingOnline-BezahlmodellAlle Inhalte kostenfreiLeipzig war Teil einer ganzen KampagneRussland verfolgt mit kleinen Aktionen einen großen Plan, schreibt Militärexperte Alexandru Grumaz auf Adevărul:„Moskau versucht jenes System zu treffen, das der Ukraine hilft, ihren Kampf fortzusetzen. ... Hier liegt das grundlegende Problem für die Nato. Ein massiver Angriff auf ein Mitgliedsland lässt sich politisch und militärisch relativ leicht einordnen. Eine in der Nähe eines Flughafens gefundene Drohne, ein verdächtiger Brand in einer Fabrik, ein beschädigtes Kabel, eine manipulierte Überwachungskamera oder ein über Telegram rekrutierter Saboteur sind hingegen viel schwieriger zu handhaben. Jeder einzelne Vorfall mag für eine größere Reaktion zu klein sein. Zusammen können sie jedoch eine Kampagne bilden. Das ist das Wesen des hybriden Krieges.“Alexandru Grumaz Zum Originalartikel