Mac mini und Mac Studio haben offenbar eine neue Zielgruppe gefunden, mit deren Begeisterung selbst Apple nicht gerechnet hatte. Vor allem Unternehmen und Entwickler kaufen die Desktop-Macs zunehmend, um KI-Modelle und autonome Agenten lokal auszuführen. Die unerwartet hohe Nachfrage soll sogar dazu beigetragen haben, dass Apple die neue Generation ungewöhnlich früh vorgestellt hat.Das geht aus einem Bericht von The Information hervor. Normalerweise aktualisiert Apple seine Macs eher im Oktober oder November. Mac mini mit M6 und M5 Pro sowie der Mac Studio mit M5 Max und M5 Ultra wurden diesmal dagegen bereits Ende August vorgestellt.Unternehmen entdecken den Mac für lokale KIGanz überraschend kommt die Entwicklung inzwischen nicht mehr. Tim Cook hatte bereits im April eingeräumt, dass Apple die Nachfrage nach beiden Rechnern unterschätzt habe. Mac mini und Mac Studio seien besonders gute Plattformen für KI und sogenannte agentische Anwendungen, deren Attraktivität von den Kunden schneller erkannt worden sei als von Apple selbst.Die Kombination aus leistungsfähigen Apple-Chips, vergleichsweise niedrigem Energieverbrauch und gemeinsamem Arbeitsspeicher macht die Rechner insbesondere für große lokale Sprachmodelle interessant. Beim neuen Mac Studio sind bis zu 512 GB Unified Memory möglich. Mehrere Rechner können zudem über Thunderbolt 5 per RDMA zusammengeschaltet werden, um gemeinsam an größeren KI-Aufgaben zu arbeiten.Apple hatte offenbar keine passende Strategie paratDer Erfolg soll Apple dennoch auf dem falschen Fuß erwischt haben. Dem Bericht zufolge fehlten sowohl ein speziell auf Geschäftskunden ausgerichtetes Engineering-Team als auch entsprechende Entwicklerbeziehungen und eine klare Strategie für den Einsatz der Macs als KI-Infrastruktur. Unternehmen, die sogar Zugang zu Apples Private-Cloud-Compute-Systemen kaufen wollten, seien abgewiesen worden.Gleichzeitig traf die erhöhte Nachfrage auf die ohnehin angespannte Versorgung mit Speicherchips. Zahlreiche Konfigurationen waren deshalb über Monate kaum lieferbar. Auch die Preise sind inzwischen deutlich gestiegen: Der Mac mini beginnt jetzt bei 1.049 Euro, während sein Vorgänger ursprünglich noch für 699 Euro angeboten wurde.Thread steckt jetzt in beiden Desktop-MacsNeben der großen KI-Offensive haben die neuen Modelle eine deutlich kleinere Neuerung erhalten. Sowohl in den technischen Daten des Mac mini als auch beim Mac Studio führt Apple erstmals „Thread Netzwerk-Technologie“ auf. Möglich macht dies der neue N1-Funkchip, der gleichzeitig WLAN 7 und Bluetooth 6 bereitstellt.Beim Mac mini hatten wir das Thread-Modul bereits am Freitag kurz erwähnt. Dass dieselbe Funktechnik auch im Mac Studio steckt, dürfte vor allem für Entwickler von Matter- und Thread-Geräten interessant sein.Noch kein Ersatz für Apple TV oder HomePodAus dem Datenblatt allein sollte man allerdings noch keine neue Smart-Home-Zentrale ableiten. Die Unterstützung des Funkstandards bedeutet nicht automatisch, dass Mac mini und Mac Studio wie ein HomePod oder kompatibles Apple TV als Thread Border Router arbeiten und das Thread-Netz mit dem normalen Heimnetz verbinden können.Apple hat eine solche Funktion bislang nicht angekündigt. Denkbar ist daher zunächst lediglich die direkte Kommunikation mit Thread-Hardware beziehungsweise die Nutzung der Funktechnik für Entwicklungs- und Testzwecke. Die Hardware wäre für mehr jedenfalls vorhanden – und ein Mac mini, der ohnehin rund um die Uhr als lokaler KI-Rechner läuft, wäre als zusätzliche Smart-Home-Zentrale durchaus eine interessante Kombination.★ ifun.de bei Google bevorzugen ★Der Beitrag KI-Boom überrascht Apple: Mac mini und Mac Studio gefragter als erwartet wurde zuerst auf ifun.de veröffentlicht.