Vergewaltigungsvideos: Österreich nun bei „Operation Medusa“

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11.08.2026 16.28Online seit heute, 16.28 UhrMit dem Fall Gisele Pelicot sind erstmals Vergewaltigungsnetzwerke in die große Öffentlichkeit gerückt. Seither wurden etliche solcher Missbrauchsnetzwerke aufgedeckt, auch in Österreich gab es Fälle. Ein Erfolg gelang Europol Anfang Juli mit der „Operation Medusa“: Mehr als hundert Männer, die ihre eigenen Partnerinnen betäubten, sexuell missbrauchten und dabei filmten, wurden identifiziert. Oft tauschen sich die Täter über soziale Netzwerke aus und geben einander sogar Ratschläge für ihre Verbrechen. Die Aufnahmen gelangen mitunter auf Pornowebsites.In Österreich kritisierten unter anderem die Grünen, dass man nicht an der „Operation Medusa“ teilnahm. Das hat sich nun geändert, wie der „Standard“ heute berichtete. Das Bundeskriminalamt (BK) bestätigte gegenüber ORF.at, dass es den Beitritt eingeleitet hat.Es handle sich um ein „äußerst perfides Kriminalitätsphänomen“. Ziel des Projekts sei es, „Informationen, kriminalpolizeiliche Erkenntnisse und Expertise zu bündeln, grenzüberschreitende Zusammenhänge rascher zu erkennen und die internationale Zusammenarbeit weiter zu intensivieren“. Man habe sich bewusst für „eine strategisch präventive Herangehensweise entschieden“, so das BK.Kontakte auch in ÖsterreichErneut betonte man, dass es in den Datensätzen der „Operation Medusa“ keinen Österreich-Bezug gebe. Bei einem Fall aus Niederösterreich gab es allerdings Anknüpfungspunkte zu einem Mann aus Niedersachsen, der offenbar international sehr gut vernetzt war und mit vielen mutmaßlichen Tätern in Kontakt stand.Der Deutsche ist inzwischen verstorben. Der Mann aus Niederösterreich, auf den die heimischen Behörden erst von deutschen Kollegen aufmerksam gemacht wurden, wurde bereits im Vorjahr verurteilt – vor Beginn der „Operation Medusa“.Ruf nach weiteren SchrittenDie Grünen freuten sich über den Beitritt zu den internationalen Ermittlungen. Der Druck habe gewirkt, so Frauensprecherin Meri Disoski. Sie forderte erneut, dass Besitz und Verbreitung von Vergewaltigungsvideos ein eigener Straftatbestand wird. Derzeit wird im Justizministerium eine Verschärfung des Sexualstrafrechts geprüft. Zurück zur StartseiteORF.atNicht alle Bilder konnten vollständig geladen werden. Bitte schließen Sie die Druckvorschau bis alle Bilder geladen wurden und versuchen Sie es noch einmal.