12.08.2026 08.49Online seit heute, 8.49 UhrItalien erlebt derzeit die längste Hitzewelle des Jahres. Nach Einschätzung des Atmosphärenphysikers Lorenzo Giovannini von der Universität Trient soll die seit Ende Juli andauernde extreme Hitze mindestens bis zum 17. August anhalten. Damit würde die vierte Hitzewelle des Jahres 20 Tage dauern.Die Klimakrise trage dazu bei, dass solche Perioden länger andauerten und in kürzeren Abständen aufeinanderfolgten, sagte Giovannini heute der Nachrichtenagentur ANSA.Veränderte WetterlageNach Angaben des Wissenschaftlers hat sich dabei offenbar die Wetterlage verändert. Hitzewellen seien früher vor allem durch die Verlagerung des afrikanischen Hochdruckgebiets nach Norden entstanden. Wenn anschließend das Azoren-Hoch die Oberhand gewonnen habe, seien die Temperaturen wieder zurückgegangen.Inzwischen habe sich das afrikanische Hoch im Durchschnitt weiter nach Norden verlagert. Dadurch könne die sehr warme Luft aus Nordafrika Italien leichter und länger erfassen.Die genauen Mechanismen dieses Phänomens würden noch untersucht, sagte Giovannini. Wegen der Klimakrise sei jedoch damit zu rechnen, dass Italien dauerhaft stärker unter den Einfluss des afrikanischen Hochdruckgebiets gerate.Folgen deutlich zu spürenDie Folgen der aktuellen Hitzewelle sind bereits deutlich zu spüren. Von den 27 größeren Städten, die das italienische Gesundheitsministerium für seine Hitzewarnungen überwacht, standen gestern 19 auf der höchsten Warnstufe Rot.Am vergangenen Donnerstag waren erstmals alle 27 Städte gleichzeitig von der höchsten Warnstufe betroffen. Nachfolgende Gewitter sorgten vor allem in Teilen Norditaliens für einen leichten Rückgang der Temperaturen.