DJI Osmo Pocket 4P im Test: Lohnt der Aufpreis zur Pocket 4?

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Die Osmo-Pocket-Reihe steht seit Jahren für ruhige Videos ohne großes Kameragepäck. Kamera einschalten, Motiv auswählen und der integrierte Gimbal kümmert sich um den Rest. Mit der Osmo Pocket 4P baut DJI dieses Konzept deutlich aus und kombiniert erstmals zwei unterschiedliche Kameras in einem weiterhin vergleichsweise kompakten Gehäuse.Das Stativ-Zubehör lohnt sich vor allem auf Reisen.Neben der Weitwinkelkamera mit 1-Zoll-Sensor besitzt die Pocket 4P ein Teleobjektiv mit 60 Millimetern Brennweite. Hinzu kommen D-Log2, ein besonders hoher Dynamikumfang und erweiterte Funktionen für Fokus und Motivverfolgung. Im Test interessiert uns vor allem, ob die zusätzlichen Möglichkeiten auch Familien-, Reise- und Alltagsvideos verbessern oder die bislang angenehm einfache Pocket-Kamera unnötig kompliziert machen.Wir haben die 689 Euro teure Vlog Combo getestet. Zum Paket gehören das Funkmikrofon Mic Mini 2, die Touchscreen-Fernbedienung FrameTap, ein Fülllicht, ein Mini-Stativ und Transporttaschen. Im Alltag zeigt sich die Pocket 4P als starke und weiterhin unkomplizierte Videokamera. Kleine Schwächen leistet sie sich vor allem beim Schutz und beim Zusatzdisplay.Größer, aber schnell einsatzbereitMit 230 Gramm ist die Pocket 4P rund 40 Gramm schwerer als die normale Pocket 4. Der Kamerakopf fällt wegen des zweiten Objektivs deutlich breiter aus. Trotzdem bleibt die Kamera kompakt genug für Jackentasche oder kleinen Rucksack. In der Hosentasche trägt sie, wie schon die Insta360 Luna Ultra, spürbar auf, zumal Display und Kamerakopf nicht gemeinsam mit Schlüsseln oder anderen harten Gegenständen transportiert werden sollten.Das Gehäuse wirkt hochwertig und liegt gut in der Hand. Das kennt man schon vom Vorgänger. Ein Drehen des 2 Zoll großen OLED-Bildschirms startet die Kamera innerhalb weniger Sekunden. Aufnahmetaste, analoger Joystick und zwei zusätzliche Tasten unterhalb des Displays ermöglichen die wichtigsten Eingriffe ohne Umweg durch die Menüs. Zwischen Weitwinkel und Tele wird mit einem Tastendruck gewechselt.DJI Osmo Pocket 4P und Osmo Pocket 4: Seite an Seite beim Sonnenaufgang.Eine Achsensperre fixiert den Gimbal beim Ausschalten. Vollständig überzeugt der Schutz trotzdem nicht: Die beiden Objektive und das Display bleiben vergleichsweise offen. Die mitgelieferten Taschen helfen im Rucksack, eine feste Schutzschale wäre im Alltag komfortabler.FrameTap ist praktisch, aber nicht integriertDer Osmo FrameTap zeigt das Livebild, startet Aufnahmen, steuert Gimbal und Zoom und aktiviert das Tracking per Doppeltipp. DJI nennt bis zu 25 Meter Reichweite, empfiehlt für eine stabile Verbindung jedoch weniger als zehn Meter. Das genügt problemlos für Familienbilder, Moderationen oder Aufnahmen mit der Kamera auf dem Mini-Stativ.FrameTap funktioniert zuverlässig und erspart oft den Griff zum iPhone. Ein echtes abnehmbares Kameradisplay ist es dennoch nicht. Der Bildschirm der Pocket 4P bleibt am Gehäuse, während FrameTap zusätzlich mitgeführt und separat geladen werden muss. Zudem sind nicht sämtliche Kameraeinstellungen erreichbar. Vergisst man die Fernbedienung, bleibt für die Kontrolle aus der Entfernung nur die DJI-Mimo-App.Das FrameTap kann man übrigens auch am DJI Osmo Mobile 8P verwenden.Weitwinkel und Tele ergänzen sich sinnvollDie Hauptkamera arbeitet mit einem neuen 1-Zoll-Sensor, 20 Millimetern Brennweite und Blende f/2.0. Der Bildwinkel eignet sich für Landschaften, Gruppen, Innenräume und Selbstaufnahmen. Gesichter werden weniger stark verzerrt als bei vielen Actionkameras, während noch ausreichend Umgebung im Bild bleibt.Die Telekamera besitzt einen eigenen 1/1,28-Zoll-Sensor und ein 60-mm-Objektiv mit Blende f/1.8. Porträts wirken dadurch natürlicher, Hintergründe dichter und Details lassen sich aufnehmen, ohne dem Motiv zu nahe zu kommen. Das ist bei Kindern, Haustieren, Veranstaltungen und auf Reisen deutlich nützlicher als ein reiner Digitalzoom.Die Doppelkamera fällt sofort auf und bringt zahlreiche Vorteile mit.Beim Wechsel zwischen 1- und 3-facher Ansicht bleibt in einer laufenden Aufnahme ein kleiner Sprung sichtbar, gelegentlich ändert sich auch die Farbabstimmung minimal. Insgesamt passen die Kameras aber gut zusammen. Bis zur sechsfachen Vergrößerung bleiben die Ergebnisse bei ausreichend Licht brauchbar. Die zwölf Stufen sind eher eine Reserve, da Details dann sichtbar weicher werden.Starke Bilder und fertige FarbenSchon im Automatikmodus liefert die Pocket 4P scharfe, detailreiche Videos mit angenehmen Hauttönen. Die Belichtung reagiert zuverlässig auf wechselndes Licht, und bei Gegenlicht bleiben Himmel und Gesichter häufig gleichzeitig erkennbar. Für Urlaub und Familie ist vor allem wichtig, dass die Aufnahmen ohne Nachbearbeitung direkt gut aussehen.Sechs Filmlooks ermöglichen wärmere, pastellige oder kontrastreichere Ergebnisse direkt aus der Kamera. Wer mehr Kontrolle benötigt, zeichnet mit D-Log 2 in 10 Bit auf. DJI nennt dabei bis zu 17 Blendenstufen Dynamikumfang, wodurch in Lichtern und Schatten mehr Reserven für die Farbkorrektur bleiben. D-Log 2 funktioniert allerdings nur mit der einfachen Weitwinkelansicht. Für normale Anwender ist das verschmerzbar, da die Standardfarben bereits überzeugen.Bei wenig Licht spielt vor allem der 1-Zoll-Sensor seine Stärke aus. Straßenbeleuchtung, Innenräume und abendliche Szenen bleiben sauber und vergleichsweise detailreich. Die lichtstarke Telekamera schlägt sich ebenfalls gut, erreicht bei Dunkelheit aber nicht ganz die Reserven der Hauptkamera. Bewegte Motive zeigen dort früher Rauschen und Detailverlust.Gimbal und ActiveTrack bleiben große StärkenDer mechanische Drei-Achsen-Gimbal gleicht Schritte und Schwenks zuverlässig aus. Beim normalen Gehen entstehen ruhige Aufnahmen, auch Treppen und schnellere Bewegungen werden gut abgefedert. Das leichte Auf und Ab beim Laufen verschwindet nicht vollständig, das Ergebnis wirkt aber deutlich kontrollierter als ein frei gehaltenes Smartphonevideo.ActiveTrack 8.0 verfolgt Personen, Tiere, Fahrzeuge und weitere Motive. Im Test hält die Kamera ihr Ziel zuverlässig im Bild und findet es häufig wieder, wenn es kurz verdeckt wird. Bekannte Personen lassen sich registrieren und priorisieren. Gesten starten die Aufnahme oder aktivieren das Tracking, sodass sich die Pocket 4P auch allein unkompliziert verwenden lässt.Die Verfolgung funktioniert grundsätzlich bis zum zwölffachen Zoom. Sinnvoller bleiben jedoch die niedrigeren Stufen, da bei starker Vergrößerung kleine Gimbalbewegungen deutlicher auffallen. Der Autofokus arbeitet schnell und sicher, benötigt nach abrupten Entfernungswechseln aber gelegentlich einen Moment.Guter Ton und schneller iPhone-WorkflowDrei eingebaute Mikrofone liefern für spontane Aufnahmen einen klaren und überraschend räumlichen Ton. Die Richtwirkung lässt sich auf vorne, vorne und hinten oder alle Seiten einstellen. Beim Zoomen passt Audio Zoom die Aufnahme automatisch an den Bildausschnitt an. Für Urlaubsvideos, kurze Kommentare hinter der Kamera oder Aufnahmen in ruhiger Umgebung reicht das interne System vollkommen aus. Sobald Wind, Straßenlärm oder ein größerer Abstand zum Sprecher ins Spiel kommen, bleibt ein Funkmikrofon aber die bessere Lösung.Der Vlog Combo liegt deshalb ein DJI Mic Mini 2 bei. Der gerade einmal rund 11 Gramm schwere Sender verbindet sich über OsmoAudio direkt mit der Pocket 4P und benötigt keinen zusätzlichen Empfänger. Die Stimme bleibt dadurch auch dann gleichmäßig verständlich, wenn sich die Kamera einige Meter entfernt auf einem Stativ befindet. Zwei kompatible Sender lassen sich gleichzeitig verwenden, etwa für Interviews oder Aufnahmen mit zwei Personen. Mit schwarzen und weißen magnetischen Frontcovern lässt sich der kleine Sender zudem etwas unauffälliger an unterschiedliche Kleidung anpassen.Noch besser zum professionelleren Anspruch der Pocket 4P passt allerdings das neue DJI Mic Mini 2S. Äußerlich und beim Gewicht bleibt es mit rund 12 Gramm praktisch genauso kompakt, besitzt im Gegensatz zum Mic Mini 2 aber rund 14,5 GB eigenen Speicher und kann zusätzlich eine interne 32-Bit-Float-Aufnahme anlegen. Damit steht selbst dann noch eine separate Tonspur mit großem Dynamikumfang zur Verfügung, wenn die Funkverbindung kurz abreißt oder der Aufnahmepegel unerwartet stark schwankt. In 32-Bit Float passen laut DJI rund 22 Stunden Ton auf den Sender, in 24 Bit sind es bis zu 28 Stunden.Der Vlog-Kombo liegt eigentlich ein Mic Mini 2 bei, aber das Mini 2S dürfte die bessere Wahl sein.Das macht das Mini 2S gerade in Kombination mit D-Log 2 und den erweiterten Videofunktionen der Pocket 4P zur stimmigeren Ergänzung. Wer das Bildmaterial ohnehin nachbearbeitet, bekommt damit auch beim Ton deutlich mehr Reserven. Hinzu kommen eine weiterentwickelte KI-Geräuschunterdrückung, drei Klangprofile und eine adaptive Pegelsteuerung. Wie beim beiliegenden Mic Mini 2 verbindet sich der Sender direkt über OsmoAudio mit der Kamera; an der Pocket 4P lassen sich bis zu zwei Sender ohne separaten Empfänger koppeln.Auch optisch bietet das 2S etwas mehr Spielraum. Neben den magnetischen Frontcovern in Schwarz und Weiß bietet DJI ein mehrfarbiges Cover-Set an, mit dem sich die Sender stärker an Kleidung oder Aufnahmesituation anpassen lassen. Notwendig ist das natürlich nicht, bei einem sichtbar getragenen Funkmikrofon ist die Möglichkeit aber durchaus praktisch.Die DJI-Mimo-App übernimmt am iPhone Livebild, Fernsteuerung, Firmware-Updates und den einfachen Schnitt. Clips können drahtlos übertragen, gekürzt und mit Vorlagen kombiniert werden. Für große 4K-Dateien ist USB-C schneller: Mit einem geeigneten USB-3.1-Kabel sind laut DJI bis zu 800 MB pro Sekunde möglich, per WLAN bis zu 90 MB pro Sekunde.Bei der Farbwiedergabe läuft die Osmo Pocket 4P zur Höchstform auf.Akku, Wärme, Speicher und ZubehörDie Kamera besitzt 103 GB internen Speicher und unterstützt microSD-Karten mit bis zu 1 TB. DJI nennt bis zu 210 Minuten Akkulaufzeit, allerdings bei 1080p, ausgeschaltetem Bildschirm und deaktiviertem WLAN. Im üblichen 4K-Betrieb fällt die Laufzeit kürzer aus, reicht bei gelegentlichen Aufnahmen aber gut für einen Ausflug. In 18 Minuten lädt der Akku auf 80 Prozent.Bei längeren Aufnahmen mit hoher Auflösung oder Bildrate wird das Gehäuse spürbar warm. Im normalen 4K-Alltag wurde dies im Test jedoch nicht zur entscheidenden Einschränkung. Ein optionaler Akkugriff verlängert die Laufzeit, gehört aber nicht zur Vlog Combo.Für 689 Euro ist das Paket attraktiv zusammengestellt. FrameTap, Mic Mini 2, Fülllicht, Mini-Stativ und Taschen erweitern die Einsatzmöglichkeiten deutlich. Wer bereits ein Mikrofon besitzt und überwiegend aus der Hand filmt, kann zur Standard Combo für 599 Euro greifen.Mit der Dual-Kamera ist man im Alltag deutlich flexibler.Fazit: Starke Kamera mit kleinen SchwächenDie DJI Osmo Pocket 4P ist eine starke Gimbal-Kamera für Reise, Familie und Alltag. Die Hauptkamera liefert ohne große Vorbereitung sehr gute Ergebnisse, das Teleobjektiv schafft neue Möglichkeiten für Porträts und entfernte Motive, und ActiveTrack nimmt Einzelpersonen viel Arbeit ab. D-Log 2, schnelle Zeitlupen und die Audioanbindung bieten zugleich Reserven für anspruchsvollere Projekte.Die größten Schwächen liegen beim Gehäusekonzept. Objektive und Display könnten unterwegs besser geschützt sein. FrameTap erleichtert Selbstaufnahmen zwar erheblich, bleibt aber separates Zubehör, das geladen und mitgenommen werden muss. Ein tatsächlich abnehmbarer Bildschirm wäre die elegantere Lösung gewesen.Wer das Teleobjektiv regelmäßig nutzt, erhält gegenüber der normalen Osmo Pocket 4 einen echten Mehrwert. Ob die Pocket 4P damit auch die bessere Wahl als die Insta360 Luna Ultra ist, klären wir im abschließenden Direktvergleich. function open_amazon(link) { if (navigator.userAgent.indexOf("Firefox") != -1) { window.open(link, '_blank'); } else { var tag = document.createElement('a'); tag.setAttribute('href', link); tag.innerHTML = "amzn"; tag.click(); } } Produkthinweis DJI Osmo Pocket 4P Standard Combo, 4K-Vlog-Kamera mit Dual-Objektiv 599,00 EUR Der Beitrag DJI Osmo Pocket 4P im Test: Lohnt der Aufpreis zur Pocket 4? Wurde zuerst auf iphone-ticker.de veröffentlicht.