Apple war für Foxconn über viele Jahre der dominierende Auftraggeber. Noch vor rund zehn Jahren entfiel mehr als die Hälfte des Umsatzes des taiwanischen Auftragsfertigers auf Apple-Produkte. Inzwischen haben sich die Verhältnisse grundlegend verschoben: KI-Server sind zum wichtigsten Geschäft des Unternehmens geworden.Im zweiten Quartal 2026 erwirtschaftete Foxconn bereits 51 Prozent seines Umsatzes mit Cloud- und Netzwerkprodukten. Zu diesem Bereich gehören insbesondere die stark wachsenden KI-Server, die Foxconn unter anderem für Nvidia fertigt. Erstmals überhaupt hat dieses Geschäft damit die Marke von 50 Prozent überschritten.Apple-Anteil liegt unter 29 ProzentDer Geschäftsbereich „Smart Consumer Electronics“, in dem Foxconn unter anderem die iPhone-Produktion verbucht, kam dagegen nur noch auf 29 Prozent des Gesamtumsatzes. Apples tatsächlicher Anteil liegt sogar darunter, da in dieser Kategorie auch Geräte anderer Kunden enthalten sind.Zum Vergleich: Noch 2016 wurde geschätzt, dass Apple für mehr als die Hälfte von Foxconns gesamten Einnahmen verantwortlich war. Der Wandel bedeutet allerdings nicht, dass Foxconn plötzlich deutlich weniger iPhones produziert. Vielmehr wächst das Geschäft mit Rechenzentren und KI-Hardware momentan erheblich schneller.Das zeigt sich auch in den Geschäftszahlen. Foxconns Gewinn stieg im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 35 Prozent auf knapp 60 Milliarden Taiwan-Dollar. Der Umsatz legte im gleichen Zeitraum um rund 40 Prozent zu.KI soll dauerhaft wichtiger bleibenFoxconn betrachtet den Wandel nicht als kurzfristigen Effekt. Unternehmenschef Michael Chiang bezeichnet Cloud-Investitionen als einen der wichtigsten Wachstumstreiber für die kommenden Jahre. Für Nvidia bereitet Foxconn unter anderem bereits die Serienproduktion von Server-Racks auf Basis der neuen Vera-Rubin-Plattform vor.Apple bleibt dennoch einer der wichtigsten Kunden des Konzerns und Foxconn weiterhin dessen größter iPhone-Auftragsfertiger. Auch die Produktion wird ausgebaut und geografisch breiter verteilt. Ein wachsender Teil der für die USA bestimmten iPhones wird mittlerweile in Indien statt in China gefertigt.Für Foxconn bedeutet der KI-Boom damit vor allem eines: Das Unternehmen ist deutlich weniger abhängig davon, wie viele iPhones Apple in einem einzelnen Jahr verkauft.Der Beitrag Foxconn entwächst seiner Abhängigkeit vom iPhone Wurde zuerst auf iphone-ticker.de veröffentlicht.