WKÖ: Jedes vierte Industrieunternehmen erwägt Verlagerung

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08.08.2026 07.39Online seit heute, 7.39 UhrDer anhaltend hohe Kostendruck und zunehmender globaler Wettbewerb setzen der österreichischen Industrie schwer zu. Laut dem aktuellen Industrieradar der Wirtschaftskammer (WKÖ) erwägt bereits ein Viertel der Betriebe, Teile ihrer Aktivitäten ins Ausland zu verlagern. Die Unternehmen reagieren vor allem mit Sparprogrammen, während die WKÖ eine rasche Entlastung bei den Arbeits- und Energiekosten fordert.Österreich verfügt zwar nach Ansicht vieler Unternehmen weiterhin über wesentliche Standortvorteile wie eine hohe Sicherheit bei der Energieversorgung, eine verlässliche Infrastruktur und forschungsfreundliche Rahmenbedingungen. Diese Stärken werden jedoch zunehmend von strukturellen Nachteilen überlagert.Besonders drastisch fällt das Urteil bei den Lohnstückkosten aus: 94 Prozent der 270 befragten Industrieunternehmen beurteilen Österreich laut WKÖ-Industrieradar hier schlechter als die Konkurrenz, 76 Prozent sogar deutlich schlechter. Auch bei den Energiepreisen sowie bei der Steuer- und Abgabenbelastung fällt die Bewertung sehr negativ aus.Der internationale Wettbewerb stellt für 80 Prozent der Betriebe eine starke oder sehr starke Herausforderung für die kommenden drei bis fünf Jahre dar. Neben dem protektionistischen Schwenk der US-Handelspolitik seit April 2025 – von dem 52 Prozent der heimischen Firmen nach eigener Einschätzung mindestens mittelstark betroffen sind – wächst der Druck aus China. 54 Prozent der Unternehmen berichten von steigendem chinesischen Wettbewerbsdruck auf ihren Kernmärkten.Zusätzlich klagen 43 Prozent über Handelsumlenkungseffekte auf den EU-Markt durch chinesische Anbieter, die aufgrund von US-Zöllen ausweichen. Als Reaktion darauf senken bereits 26 Prozent der Betriebe ihre Preise oder reduzieren ihre Margen.Um dem Druck standzuhalten, passen 97 Prozent der Industriebetriebe ihre Strategien für die nächsten zwei Jahre an. Im Vordergrund stehen dabei Kosten- und Effizienzprogramme (82 Prozent) sowie Automatisierung und Digitalisierung (61 Prozent). Dennoch erwägt ein Viertel der Unternehmen in den kommenden 24 Monaten eine Verlagerung von Beschaffung, Produktion oder Vertrieb.