Aufregung um Feier für Ex-Minister Strasser

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29.07.2026 16.34Online seit heute, 16.34 UhrEin vom Innenministerium ausgerichtetes und bezahltes Geburtstagsfest für dessen ehemaligen Hausherren und späteren EU-Parlamentarier Ernst Strasser sorgt für Aufregung bei FPÖ und NEOS.Wie eine parlamentarische Anfrage der FPÖ zeigt, über die der „Standard“ berichtete, kostete das Fest am 29. April 2026 den Steuerzahler knappe 9.000 Euro. 77 Personen seien eingeladen gewesen, 61 gekommen.Strasser wurde 2014 wegen Bestechlichkeit in seiner Funktion als EU-Abgeordneter zu drei Jahren unbedingter Haft verurteilt. Diese Strafe hat er mittlerweile abgesessen bzw. bis September 2016 mit einer Fußfessel verbüßt. Die gesetzliche Tilgungsfrist beträgt bei diesem Strafrahmen zehn Jahre.Aktive und ehemalige Politiker als GästeBei der Feier waren neben Strassers Nachfolgern Karl Schlögl (SPÖ), Johanna Mikl-Leitner, Wolfgang Sobotka und dem amtierenden Innenminister Gerhard Karner auch Verteidigungsministerin Klaudia Tanner und Ex-Landeshauptmann Erwin Pröll (alle ÖVP) sowie weitere Mitarbeiter des Ministeriums und persönliche Wegbegleiter dabei. „Die Auswahl der Ehren- und Festgäste erfolgte seitens des Bundesministeriums für Inneres dem Anlass entsprechend und gemäß protokollarischer Repräsentanz“, heißt es in der Anfragebeantwortung.Feier kostete fast 9.000 EuroFinanziert wurde das Fest, wie es heißt, „als Repräsentationsausgabe aus Mitteln des Detailbudgets der Zentralstelle und wurde von der zuständigen Fachabteilung freigegeben“. Insgesamt seien dafür 8.724,77 Euro ausgegeben worden.Dass Strassers 70er im Ministerium stattfand, hat aus Sicht des Ressorts folgenden Grund: „Es handelte sich um eine offizielle, repräsentative Veranstaltung des Bundesministeriums für Inneres im Sinne eines Austauschtreffens (…).“ Auf die gleiche Art sei laut Ministerium auch Schlögls Geburtstag im Vorjahr gefeiert worden.Scharfe Kritik von FPÖ und NEOSDer blaue Anfragesteller Reinhold Maier ortete einen Skandal: „Während bei der Bevölkerung und unseren Polizisten mit dem Rotstift gewütet wird, schmeißt Karner eine Geburtstagsparty auf Steuerzahlerkosten für einen seiner ÖVP-Vorgänger im Innenministerium.“Kritik kam auch vom pinkfarbenen Koalitionspartner. NEOS-Abgeordnete Henrike Brandstötter schrieb auf dem Onlinenetzwerk Bluesky von einer „ziemlich teuren Resozialisierungsmaßnahme“.Strasser sicherte Verhalten gegen Honorar zuStrasser war 2010/2011 als damaliger ÖVP-Delegationsleiter im Europäischen Parlament zwei als Lobbyisten getarnten britischen Journalisten auf den Leim gegangen, die ihn auf eine mögliche Einflussnahme auf die EU-Gesetzwerdungsverfahren ansprachen.Im Lauf mehrerer Gespräche, die heimlich auf Video aufgenommen wurden, sicherte Strasser schließlich – gegen ein jährliches Honorar von 100.000 Euro – bezogen auf konkrete EU-Richtlinien ein entsprechendes Verhalten zu.