Genitalverstümmelung: Schutzbrief ab Herbst geplant

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01.08.2026 12.19Online seit heute, 12.19 UhrDie Bundesregierung hat sich in ihrem Nationalen Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen und Mädchen auch den Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM) zur Aufgabe gemacht.Ab Herbst soll der geplante „Schutzbrief“ für Gefährdete vorliegen, sagte eine Sprecherin des Familienministeriums heute zur APA. Nach internationalem Vorbild wird das Dokument über FGM aufklären, darauf hinweisen, dass die Praxis in Österreich verboten ist und mit hohen Strafen geahndet wird.Aussehen soll das Dokument wie ein offizieller Ausweis. „Der Schutzbrief soll beispielsweise einer Familie helfen, die einen Heimatbesuch in Ägypten macht, wenn sie Druck von den Großeltern oder Tanten bekommt“, sagte Projektleiterin Hilde Wolf heute im Ö1-Morgenjournal.Im Kanzleramt geht man von 11.000 hierzulande Betroffenen und bis zu 3.000 gefährdeten Mädchen aus. Die Justiz beschäftigen Fälle von FGM aber kaum: Lediglich ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren ist im Zeitraum 2020 bis 2025 bekannt, wie eine aktuelle Anfragebeantwortung von Ministerin Anna Sporrer (SPÖ) an die FPÖ zeigt.Einen vergleichbaren Schutzbrief gibt es auch in Deutschland und der Schweiz. In Österreich soll dieser an „Brennpunktschulen“, in Ordinationen sowie über den Österreichischen Integrationsfonds verteilt werden.