29.07.2026 15.50Online seit heute, 15.50 UhrRusslands zentrale Wahlleitung hat die unter der Losung „Für Frieden und Freiheit“ antretende liberale Oppositionspartei Jabloko zur Duma-Wahl im September zugelassen. Die Entscheidung über die Zulassung der Liste mit 269 Kandidaten sei einstimmig gefallen, teilte die Wahlleitung in Moskau heute mit.Jabloko ist die einzige Partei, die offen gegen den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine eintritt. Viele ihre Mitglieder gelten als Opfer politischer Verfolgung und Justizwillkür.„Es gibt keine Illusion, aber Hoffnung“Das sei ein wichtiger Moment für Russland, sagte Jabloko-Parteichef Nikolai Rybakow. Er selbst ist allerdings nicht zugelassen. Auf dem Listenplatz eins steht Jaroslaw Scherbakow, der erklärte, dass es nun eine Alternative für die Wähler und Wählerinnen gebe. Zugleich betonte er: „Es gibt keine Illusion, aber Hoffnung.“Zuletzt waren Jabloko-Mitglieder zu Abstimmungen nicht zugelassen worden. Wahlleiterin Ella Pamifilowa erklärte, dass es in Russland zwei Pole gebe – für und gegen den Krieg. Es sei Sache des Wählers und der Wählerin, eine Entscheidung zu treffen.Demnach sind nun neun Parteien zur Abstimmung über die neuen Duma-Abgeordneten von 18. bis 20. September zugelassen. Insgesamt wollen elf Parteien Kandidaten ins Rennen schicken.Zulassung von Jabloko als Ventil für Unzufriedene?Kommentatoren erklärten die Zulassung von Jabloko damit, dass der Machtapparat angesichts der schlechten Umfragewerte für die Kreml-Partei Geeintes Russland womöglich ein kontrollierbares Ventil für Unzufriedene schaffen wolle. Zugleich gilt die Oppositionspartei als so schwach, dass das politische Risiko für den Kreml gering scheint.