ImPulsTanz: 40 Kleider als Schlüssel zur Gesellschaft

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30.07.2026 10.10Online seit heute, 10.10 UhrDass sich die Geschichte von Verhaltensnormen der Gesellschaft an der Art ihrer Mode zeigen lässt, ist lange erforscht. Die französische Tänzerin Leila Ka hat bei der gestrigen Österreich-Premiere ihres Stücks „Maldonne“ beim ImPulsTanz-Festival in Wien gezeigt, dass 40 Kleider der Schlüssel für die Hinterfragung gesellschaftlicher Normierungen sein können. Zentrum ihrer Betrachtung sind fünf Frauen, die in diesen Normierungen gefangen sind.„Maldonne“ meint gemeinhin das falsche Ausspielen von Karten bei einem Kartenspiel. Was, so fragt die Choreografin aus Saint-Nazaire, wenn Frauen aus dem vorgegebenen Kleiderset ausbrechen und für die Gewinnung ihrer eigenen Freiheit die Zwangsnormierung zerreißen?Das Stück der fünf Tänzerinnen beginnt in der viktorianischen Zeit und hinterfragt zu Beginn nur die Posen gesellschaftlich angemessener Trauer. Aus den Gesten, angeordnet wie in Bildwelten zwischen Jan van Eyck und Cindy Sherman, werden Bewegungen, werden rhythmische Geräusche – wird Tanz, der sich zur Triebfeder der Befreiung entwickelt.Monia PavoniDie 34-jährige Ka, die als Autodidaktin begonnen hat und mittlerweile auch schon für Beyonce choreografiert, gilt als Senkrechtstarterin der internationalen Tanzszene. In Wien erntete ihre Tour de Force durch die Verhaltensgeschichte der Gesellschaft Standing Ovations. Deutlich wurde auch, wie leichtfüßig sie auf der Bühne mit ihrem Team bei den großen Vorbildern des Faches wie Anne Teresa de Keersmaeker, ebenfalls beim heurigen ImPulsTanz vertreten, anzuknüpfen weiß.