04.10.2026 09.26Online seit heute, 9.26 UhrBei der Parlamentswahl in Lettland haben die Wähler und Wählerinnen angesichts von Sorgen um die nationale Sicherheit und von sozialpolitischen Problemen die Partei des westlich orientierten Regierungschefs zur stärksten Kraft gemacht. Die Vereinigte Liste von Andris Kulbergs gewann die Abstimmung in dem baltischen EU- und NARO-Land noch klarer als erwartet.Damit dürfte der 47-Jährige seinen Kurs und die resolute Unterstützung für die von Russland angegriffenen Ukraine fortsetzen. Offen ist zunächst aber noch, wie die künftige Regierung in dem an Russland und Belarus grenzenden Ostseeland mit rund 1,9 Millionen Einwohnern und Einwohnerinnen aussehen wird.Kulbergs übernahm erst im Mai mit einer Viererkoalition aus Konservativen und Kräften der Mitte die Regierungsverantwortung, nachdem die vorherige Regierung über einen Streit um Drohnenvorfälle zerbrochen war.Mandate fast verdreifachtFachleute sprechen von einer „Sternstunde“ von Kulbergs. Auch innerhalb seiner Mitte-Rechts-Partei führen viele den Wahlerfolg größtenteils auf den Ex-Unternehmer zurück.Die Vereinigte Liste – ein Bündnis grüner, konservativer und wirtschaftsnaher Gruppierungen – erhält nach Auszählung fast aller Wahllokale voraussichtlich 42 von insgesamt 100 Sitzen in der Volksvertretung Saeima.Damit kann sie ihre Mandate knapp verdreifachen. Sie war erst vor vier Jahren ins Parlament eingezogen und erzielt damit nun das beste Wahlergebnis einer Partei in Lettland seit der wiedererlangten Unabhängigkeit von der Sowjetunion 1991.Auch Populisten im AufwindStarke Zugewinne verzeichnen auch populistische Kräfte. Zweistärkste Kraft wird die Partei Lettland an erster Stelle (17 Mandate) vor der Souveränen Macht (14 Mandate), die beide aber nicht an der Regierung beteiligt werden dürften. Mit ihren Wahlversprechen haben sie besonders bei Wählerinnen und Wählern der russischstämmigen Minderheit gepunktet.