10.06.2026 00.08Online seit heute, 0.08 UhrHeute jährt sich der Amoklauf von Graz zum ersten Mal. Vor dem Ministerrat wird die Bundesregierung eine Gedenkminute für die Opfer, Verletzten und Angehörigen abhalten, teilte das Bundeskanzleramt mit.Am 10. Juni 2025 hatte eine 21-Jähriger am BORG Dreierschützengasse neun Schülerinnen und Schüler und eine Lehrerin erschossen und sich im Anschluss selbst getötet.In einem per Umlaufbeschluss beschlossenen Ministerratsvortrag hielt die Regierung fest, dass die Ereignisse jenes Tages „unser Land tief erschüttert und deutlich gemacht, wie wichtig Prävention, gesellschaftlicher Zusammenhalt und der Schutz junger Menschen sind“.Bundesregierung verweist auf Maßnahmen„Das verursachte menschliche Leid kann der Staat nicht wiedergutmachen, es gilt aber umso mehr, Betroffene zu unterstützen und zu begleiten“, hieß es weiter.Die Bundesregierung verwies dazu auf von ihr gesetzte Maßnahmen, etwa den Hilfsfonds des Sozialministeriums, den Ausbau der Schulpsychologie und Schulsozialarbeit, die Reform des Waffengesetzes und die Schaffung zusätzlicher Angebote im Bereich psychischer Gesundheit sowie Präventionsmaßnahmen gegen Gewalt, Extremismus und Radikalisierung auch im digitalen Raum.Der Jahrestag sei Anlass des Gedenkens und „zugleich Auftrag, den eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen“. Man bekenne sich dazu, „Sicherheit, Prävention und psychosoziale Unterstützung weiterhin konsequent zu stärken“, hieß es.„Menschlichkeit und Mitgefühl“ Antwort auf den Hass„Auch heute gibt es keine Worte, um den Schmerz, die Fassungslosigkeit und die Trauer auszudrücken, die durch diesen Gewaltexzess eines Einzelnen angerichtet wurde“, sagte Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP). „Menschlichkeit und Mitgefühl sind unsere stärkste Antwort auf Hass und Gewalt. Heute und jeden Tag. Wir werden euch nie vergessen“, so Stocker.„Als Politik können wir diese Tragödie nicht ungeschehen machen, aber wir können handeln. Wir haben Maßnahmen gesetzt, um die Angehörigen, die verletzten und traumatisierten Opfer zu unterstützen und damit das, was in Graz geschehen ist, nicht mehr passieren kann“, sagte Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ).„Der sinnlose Verlust so vieler junger Leben hat mich auch als dreifache Mutter zutiefst bewegt“, sagte Außenministerin Beate-Meinl-Reisinger (NEOS). Sie verwies ebenfalls auf die gesetzten Maßnahmen wie den Ausbau der Schulpsychologie. „Schulen müssen ein sicherer Ort sein, damit sich Kinder und Jugendliche bestmöglich entfalten können. Unsere Sicherheit beginnt mit guter psychischer Gesundheit“, so Meinl-Reisinger.