10.06.2026 11.19Online seit heute, 11.19 UhrAn der Mailänder Scala sorgen steigende Preise für deutlichen Unmut unter den „Loggionisti“ genannten, traditionsreichen Besucherinnen und Besuchern der oberen Ränge des italienischen Opernhauses.Die Kritik richtet sich dabei sowohl gegen eine allgemeine Ticketpreiserhöhung als auch gegen eine neue Einstufung besonders gefragter Plätze in der zweiten Galerie. Betroffen sind vor allem 36 zentrale Sitzplätze, deren Preis von 800 auf 1.050 Euro pro Abonnement angehoben wurde. Das entspricht einem Plus von 31,25 Prozent.In einem Flugblatt, das in Mailand verteilt wurde, heißt es, diese Entwicklung belaste „das einheimische Publikum eines Theaters, das zu etwa einem Drittel aus öffentlichen Mitteln finanziert wird und laut Gesetz zur kulturellen und sozialen Bildung der Gemeinschaft verpflichtet ist“.„Die Scala ist das teuerste Theater Europas. Teurer sind nur die Aufführungen bei den Salzburger Festspielen“, stellte die Tageszeitung „La Stampa“ fest. Die Theaterleitung wies die Kritik zurück. Paolo Besana, Kommunikationschef der Scala, betonte, dass nur ein kleiner Teil der Plätze von den Preisanpassungen betroffen sei. Im Durchschnitt lägen diese im minimalen Bereich.„Wenn die Scala zum Disneyland für reiche Touristen wird, stirbt das Opernhaus allmählich. Die Gefahr ist konkreter, als man denkt, und die Erhöhung der Kartenpreise ist nicht der beste Weg, um diese Gefahr zu bannen“, schrieb „La Stampa“.