05.06.2026 15.27Online seit heute, 15.27 UhrDie Mitinhaberin der Bar „Le Constellation“ im Schweizer Skiort Crans-Montana ist im Zusammenhang mit der Untersuchung zur tödlichen Brandkatastrophe in der Silvesternacht mit einem zusätzlichen Vorwurf konfrontiert. Die zuständigen Staatsanwältinnen werfen ihr neu auch Urkundenfälschung vor. Mehrere Anwälte bestätigten heute einen diesbezüglichen Bericht des Westschweizer Radio und Fernsehens RTS.Das beschuldigte Barbesitzer-Ehepaar wurde unterdessen in Sitten von den Ermittlungsbehörden befragt. Die neue Anschuldigung steht demnach im Zusammenhang mit einer mutmaßlich gefälschten Rechnung für den im Lokal verwendeten Schaumstoff, der in der Brandnacht Feuer gefangen hatte.Nach Angaben von RTS soll die Änderung der Rechnung allerdings steuerliche Gründe gehabt haben und nicht direkt mit der Tragödie vom 1. Jänner zusammenhängen.„Wir haben damit ein Stück weit gerechnet“, sagte Nicolas Mattenberger, einer der Anwälte der Zivilparteien. „Das im Rahmen der Untersuchung eingereichte Dokument erschien fragwürdig. Deshalb mussten dazu Erklärungen geliefert werden.“Auch Opferanwalt Romain Jordan äußerte sich kritisch: „Es handelt sich nicht um irgendeine Rechnung, sondern um ein Dokument im Zusammenhang mit der Herkunft des Schaumstoffs.“ Er stellte zudem die Frage, wann endlich glaubwürdige Aussagen gemacht würden, ohne gefälschte Dokumente vorzulegen, und sprach von mangelndem Respekt gegenüber den Opfern.Wie die übrigen 13 Beschuldigten ist die Mitinhaberin der Bar bereits wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Brandverursachung und fahrlässiger schwerer Körperverletzung beschuldigt. Bei der Brandkatastrophe waren 41 Menschen ums Leben gekommen und 115 verletzt worden.