Weltstrafgericht: Chefankläger Khan formell suspendiert

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09.06.2026 06.28Online seit heute, 6.28 UhrWegen Vorwürfen des sexuellen Fehlverhaltens ist der Chefankläger am Internationalen Strafgerichtshof (IStGH), Karim Khan, formell von seinem Amt suspendiert worden. Diese Entscheidung verkündete gestern Abend das Präsidium der Versammlung der Vertragsstaaten (ASP). Der Fall solle an die Vollversammlung verwiesen werden, die alle Mitgliedsstaaten des Gerichtshofs umfasst.Das aus 21 Mitgliedern bestehende Präsidium entschied nach eigenen Angaben „mit qualifizierter Mehrheit, den Ankläger mit sofortiger Wirkung vom Dienst zu suspendieren, bis die Versammlung der Vertragsstaaten als zuständiges Entscheidungsorgan eine endgültige Entscheidung trifft“.Medienberichten zufolge wird Khan sexuelles Fehlverhalten gegenüber einer Mitarbeiterin seines Büros vorgeworfen. Laut dem „Wall Street Journal“ hatte eine Assistentin UNO-Beamten mitgeteilt, dass Khan sie über mehrere Monate hinweg sexuell belästigt und schließlich zum Geschlechtsverkehr gezwungen habe.Khan hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und sich bereiterklärt, mit den Ermittelnden zu kooperieren. Wegen der Vorwürfe gegen ihn legte er bereits im Mai vergangenen Jahres sein Amt vorerst nieder. Nun wurde er formell suspendiert.Khan ist seit Juni 2021 Chefankläger am IStGH und erwirkte etwa Haftbefehle gegen den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu und den russischen Präsidenten Wladimir Putin.