Während die WWDC-Keynote gestern vor allem die sichtbaren Neuerungen für (US-)Nutzer in den Mittelpunkt stellte, richtet sich die Aufmerksamkeit vieler Entwickler traditionell auf die anschließend veröffentlichte „Platforms State of the Union“.Hier geht Apple deutlich tiefer ins Detail und erklärt, welche technischen Grundlagen die neuen Systeme prägen. Dabei wurde schnell deutlich, dass sich die diesjährigen Änderungen nicht nur um künstliche Intelligenz drehen. Auch die Gestaltung von Apps und die Vorbereitung auf neue Gerätekategorien spielen eine wichtige Rolle.Flexible App-Größen als Vorbereitung auf neue GeräteEines der interessantesten Themen war die künftig deutlich flexiblere Darstellung von iPhone-Apps. Apple fordert Entwickler dazu auf, Anwendungen nicht mehr für einzelne Gerätegrößen zu optimieren, sondern für einen dynamischen Bereich unterschiedlicher Fenstergrößen und Seitenverhältnisse.Dazu kommen neue Möglichkeiten, iPhone-Apps auf dem iPad oder über iPhone Mirroring auf dem Mac frei zu skalieren. Anwendungen sollen sich künftig automatisch an unterschiedliche Größen anpassen können. Apple stellt dafür neue Werkzeuge in Xcode bereit und aktiviert die Unterstützung für anpassbare Fenstergrößen künftig weitgehend automatisch.Offiziell begründet Apple diese Änderungen mit der zunehmenden Nutzung von iPhone-Apps auf unterschiedlichen Geräten und Displays. Die Vorgaben passen allerdings auch auffällig gut zu den seit Jahren kursierenden Spekulationen über ein faltbares iPhone. Ein Gerät mit veränderbarer Displaygröße würde genau jene Anpassungsfähigkeit erfordern, die Apple nun von Entwicklern einfordert.Liquid Glass wird nachgeschärftAuch beim neuen Liquid-Glass-Design zeigt sich, dass Apple auf das Feedback der vergangenen Monate reagiert hat. Die grundlegende Design-Idee bleibt zwar erhalten, wurde jedoch an vielen Stellen verfeinert.Laut Apple sorgen neue Darstellungsmechanismen dafür, dass Inhalte hinter transparenten Oberflächen stärker entschärft werden. Dies soll die Lesbarkeit verbessern. Zudem erhalten Seitenleisten auf dem Mac und dem iPad mehr Struktur, Werkzeugleisten werden einheitlicher dargestellt und Symbole klarer voneinander abgegrenzt.Für Mac-Nutzer besonders interessant: Fenster, Seitenleisten und Symbolleisten werden stärker vereinheitlicht. Apple führt außerdem zusätzliche Optionen ein, mit denen sich die Intensität der Liquid-Glass-Effekte an persönliche Vorlieben und Bedienungshilfen anpassen lässt. Entwickler müssen dafür kaum Änderungen vornehmen, da viele Verbesserungen automatisch mit den neuen Betriebssystemversionen übernommen werden.Apple Intelligence wird Teil des SystemsBreiten Raum nahm auch Apples neue Entwicklerstrategie rund um Apple Intelligence ein. Statt einzelne KI-Funktionen bereitzustellen, öffnet Apple die zugrunde liegenden Modelle erstmals umfassend für Entwickler.Mit dem neuen Foundation Models Framework erhalten Apps Zugriff auf dieselben Modelle, die auch Apple Intelligence antreiben. Diese können lokal auf dem Gerät laufen, über Private Cloud Compute genutzt oder bei Bedarf mit externen KI-Modellen kombiniert werden.Parallel führt Apple mit Core AI ein neues Framework ein, das das Ausführen eigener Modelle direkt auf Apple-Hardware erleichtern soll. Hinzu kommen Werkzeuge für Bilderkennung, OCR, semantische Suche und die Integration von App-Inhalten in Siri und Spotlight.Der Eindruck der gesamten Präsentation: Apple betrachtet künstliche Intelligenz zunehmend als grundlegenden Bestandteil seiner Plattformen und nicht mehr als einzelne Funktion innerhalb ausgewählter Anwendungen.Xcode 27 setzt auf KI-UnterstützungAuch die Entwicklungsumgebung Xcode erhält einen deutlichen KI-Schwerpunkt. Xcode 27 kann Entwickler künftig bei Planung, Implementierung, Tests und Fehlersuche unterstützen. Die neuen Agenten können Projekte analysieren, Vorschläge ausarbeiten, Benutzeroberflächen testen und sogar Lokalisierungen vorbereiten.Apple integriert dabei unterschiedliche KI-Systeme und öffnet Xcode gleichzeitig für weitere Agenten über neue Schnittstellen. Ergänzt wird dies durch schnellere Simulatoren, einen neuen Device Hub sowie umfangreiche Verbesserungen bei Swift und SwiftUI.Insgesamt zeigt die Platforms State of the Union vor allem eines: Apple arbeitet derzeit nicht nur an neuen Funktionen für Nutzer, sondern baut viele Grundlagen seiner Plattformen um. Besonders die neuen Vorgaben für flexible App-Größen könnten sich in einigen Jahren als einer der aufschlussreichsten Hinweise dieser WWDC erweisen.The post Nach der WWDC-Keynote: Das steckt in Apples Entwickler-Update first appeared on ifun.de.