Berlin strebt Rückkehr von 80 Prozent der Syrer an

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30.03.2026 15.15Online seit heute, 15.15 UhrDer deutsche Kanzler Friedrich Merz (CDU) strebt die Rückkehr von 80 Prozent der mehr als 900.000 Syrerinnen und Syrer in Deutschland in ihr Heimatland an.„In der längeren Perspektive der nächsten drei Jahre, das ist auch der Wunsch von Präsident Scharaa gewesen, sollen rund 80 Prozent der in Deutschland jetzt sich aufhaltenden Syrerinnen und Syrer zurück in ihr Heimatland kehren“, sagte er heute auf einer Pressekonferenz mit dem syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa in Berlin.Die Rahmenbedingungen in Syrien hätten sich mehr als ein Jahr nach dem Sturz von Machthaber Baschar al-Assad und dem Ende des Bürgerkriegs „grundlegend verbessert“, sagte Merz. Deswegen müsse der Schutzbedarf auch „neu bewertet“ werden. Vorrangig sei zunächst eine Rückführung von straffällig gewordenen Syrern ohne gültigen Aufenthaltstitel. Um grundsätzlich eine Rückführung von Syrern zu ermöglichen, sei die Einrichtung einer „gemeinsamen Taskforce“ beschlossen worden.Scharaas Besuch, der eigentlich schon im Jänner stattfinden sollte, wurde von Protesten begleitet. Zu einer ersten Protestaktion gegen den Besuch kamen nach Angaben einer dpa-Reporterin in der Früh nur ein halbes Dutzend Menschen. Auf dem Washington-Platz am Hauptbahnhof wiederum versammelten sich laut Polizei rund 150 Menschen, um ihre Unterstützung für Scharaa zu bekunden.Der 43-jährige Scharaa war früher Anführer der Islamistenmiliz HTS, die Ende 2024 den Langzeitherrscher Baschar al-Assad stürzte. Heute sucht er mit seiner Regierung Anschluss an den Westen.